«Warum bleibst du nicht lieber zu Bett, statt einen mit deiner schlechtenMorgenlaune unnötig aufzuregen», fragt der Komponist und Dirigent Robert Storch seine Ehefrau Christine in der turbulenten Oper «Intermezzo» von Richard Strauss. Viele Dialoge des Werkes, für das der Komponist selbst das Libretto schrieb, wirken auch 100 Jahre nach ihrer Entstehung äußert lebensecht. Strauss musste es wissen, er gewährte mit seiner Oper Einblicke in sein eigenes Eheleben.
Die Semperoper Dresden preist «Intermezzo» als eines der faszinierendsten Werke der Opernliteratur des frühen 20. Jahrhunderts an. «Im Gegensatz zu den großen, mythischen Dramen aus Strauss' vorherigem Schaffen steht in diesem autobiografisch geprägten musikalischen Konversationsstück ein in seinem historischen Kontext modernes Ehedrama im Zentrum der Handlung», heißt es in der Einladung zur Premiere an diesem Freitag. Dann sollen auch zwei Urenkelinnen von Strauss und weitere Familienmitglieder anwesend sein.