Tausende Exponate in ostdeutschen Museen könnten nach Einschätzung von Forschern zu Zeiten der DDR und der sowjetischen Besatzung enteignet worden sein. Nach Schätzungen von Experten des Brandenburger Museumsverbands könnten etwa drei bis vier Prozent der Sammlungen in dem Bundesland eine solche Herkunft haben.
Im Vergleich zu Exponaten aus der Zeit der NS-Verfolgung sei dies eine sehr hohe Zahl, sagte Provenienzforscher Alexander Sachse bei einer Online-Veranstaltung des Verbands. «Das sind eben pro Museum Dutzende, wenn nicht hunderte Objekte, die betroffen sind», betonte Sachse.
Die Forschung zur Herkunft von Kunst- und Kulturobjekten wird als Provenienzforschung bezeichnet. In Deutschland rekonstruiert sie dabei neben Enteignungen aus der NS-Zeit oder dem Kolonialismus auch solche aus Zeiten der sowjetischen Besatzung und der DDR.