Der Leiter des Karl-May-Hauses in Hohenstein-Ernstthal hat Kritikern der jüngsten Winnetou-Kinderbücher viel Unwissenheit und Oberflächlichkeit vorgeworfen. «Ich würde mir wünschen, dass diejenigen, die diese Debatte losgetreten haben, ein Karl-May-Buch zur Hand nehmen und lesen», sagte André Neubert der Deutschen Presse-Agentur. Dann würden sie mit Sicherheit zu einer anderen Einschätzung kommen. Er bedaure, dass die Firma Ravensburger die Bücher aus dem Verkauf genommen habe. Nach seiner Einschätzung handle es sich bei den Kritikern um eine kleine, lautstarke Gruppe, die sich Argumenten verschließe. Das Ganze komme einer Bevormundung anderer gleich. Ihn selbst nerve die Debatte, sagte Neubert.
Karl May sei ein Kritiker des Kolonialismus und ein Pazifist gewesen, betonte der Historiker. Er habe sich sehr für die Völkerverständigung eingesetzt. Das zeige sich besonders in der Blutsbrüderschaft zwischen den Romanfiguren Winnetou und Old Shatterhand. Angesichts der aktuellen Krisen und Kriege in der Welt, müsse eher mehr als weniger Karl May gelesen werden, sagte Neubert am Donnerstag.