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Kein Sponsor gefunden - Theater verkauft Namensrechte nicht

Kein Sponsor gefunden - Theater verkauft Namensrechte nicht
Das Theater Görlitz-Zittau will seine Namensrechte nicht mehr verkaufen. (Archivbild) / Foto: Paul Glaser/dpa
Von: DieSachsen News
Die Namensrechte an einem Theater verkaufen, wie es bei Sportarenen üblich ist? Mit dieser Idee sorgte das Theater Görlitz-Zittau für Aufsehen. Jetzt werden die Pläne eingestampft.

Das Theater Görlitz-Zittau gibt seine Pläne auf, die Namensrechte an dem Haus zu verkaufen. Trotz hoher deutschlandweiter Aufmerksamkeit sei kein Sponsor gefunden worden, der bereit gewesen wäre, die erhoffte Summe zu bieten, teilte das Theater mit. «Zwar gab es einige Interessenten, die aber deutlich unter dem angepeilten sechsstelligen Betrag zurückblieben.» Das Theater bleibt nun weiter nach dem Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann benannt.

Im vergangenen Herbst war Intendant Daniel Morgenroth noch sehr zuversichtlich gewesen. Man gehe ganz neue Wege im Kultursponsoring, hatte er erklärt. Die ostsächsische Bühne wollte zum Vorreiter werden. Vorbild war der Sport, wo Konzerne seit langem die Namen an Spielstätten und Arenen erwerben.

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Intendant sieht öffentliche Hand in der Pflicht

Nun setzt Morgenroth auf andere Wege der Theaterfinanzierung - und sieht vor allem die öffentliche Hand in der Pflicht. «Theater lassen sich nicht über privatrechtliche Sponsoren finanzieren, es braucht hier das Engagement der öffentlichen Hand, um das breite und vielschichtige Angebot, die pädagogischen Leistungen, ja die Funktion in einer Stadtgesellschaft an sich, die unsere Theater einnehmen, zu erhalten», erklärte Morgenroth. 

Die sächsische Landesregierung müsse die Finanzierung der Theater und Orchester auch abseits der Großstädte Leipzig und Dresden dauerhaft sichern. Dazu sei eine Novelle des Kulturraumgesetzes nötig. Morgenroth verwies auf den Nachbarfreistaat Thüringen. Dort sei die Theaterlandschaft auf Jahre hinaus solide finanziert und habe Planungssicherheit.

Die Pläne des Theaters zum Verkauf der Namensrechte hatten viele kritische Stimmen laut werden lassen. Intendant Morgenroth sah die kontroverse Debatte als fruchtbar an: Die Gesellschaft müsse sich klar werden, welche Institutionen sie haben wolle. Und dann müssten diese finanziert werden.

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