Sängerin Gwen Dolyn und Kraftklub-Gitarrist Steffen Israel hatten eigentlich nur dem Punk-Song «Duell der Letzten» aus den 80ern zu einer Neuauflage verhelfen wollen. Doch aus beiden Musikern wurde ein Duo, aus einem Lied ein ganzes Album («Haare eines Hundes»), das an diesem Freitag veröffentlicht wird. Eine Kostprobe gab es schon mit Singles wie «Kapitulation» und «Stures dummes Herz», das seit dem Sommer weit mehr als 900.000 Aufrufe bei Spotify erzielt hat.
«Tränen» zeigt erneut, dass sich Chemnitz zu einem kreativen Hub in der Musikszene mausert. Nicht nur Kraftklub und Frontmann Felix Kummer sind überregional etabliert und bringen große Bühnen und Festivals zum Beben, auch das Indie-Pop-Trio «Blond» ist längst kein Geheimtipp mehr; im Frühjahr veröffentlichte die Band «Power Plush» ebenfalls aus Chemnitz ihr Debütalbum.
Inzwischen ist auch die aus Berlin stammende Gwen Dolyn im einstigen «Manchester Sachsens» zu Hause, das 2025 Europäische Kulturhauptstadt wird. «Hier ist noch Platz und Luft», erzählt sie. «Man braucht hier nicht viel Geld und viel Ansehen, um in Ruhe seine Kunst machen zu können.» Das erinnere an die Zeit früher in Berlin. «Als Basis ist es hier super.»