Wenn Holger John einlädt, kann das alles Mögliche heißen. Nur nicht, dass es gewöhnlich wird. Gleiches gilt für den Mann selbst, der seit Jahrzehnten die Dresdner Kunst- und Kulturszene prägt. John ist Zeichner und Maler, zugleich Galerist, oft Zeremonienmeister und mal alles gleichzeitig. In jedem Fall ist er alles, außer berechenbar.
Andere nennen ihn ein «Enfant terrible». Sich selbst bezeichnet John auf Nachfrage als «Clown» - und verweist darauf, dass er in Greifswald auf einer Kirmes gezeugt worden sei. «Seit ich das weiß, wundert mich gar nichts mehr.»
«Ich wollte eigentlich immer Bühnenbildner am Theater werden, das hat mich interessiert», sagt der Künstler, der in diesem Monat 66 Jahre alt geworden ist. «Jetzt habe ich mein eigenes Theater», scherzt er. «Wenn ich die Leute einlade, sind die Schauspieler. Die müssen nicht mal einen Text lernen, die merken manchmal nicht mal, dass sie Schauspieler sind.» Er selbst, stehe dann «eher so hinter dem Vorhang, so als Beobachter, als kleiner Inszenator.»