Im Prozess um einen bei einer Verfolgungsjagd getöteten Dresdner Polizisten vor dem Landgericht in Cottbus hat der Angeklagte erhebliche Drogenprobleme eingeräumt. Durch seinen Drogenkonsum habe er «einen hohen Finanzbedarf» gehabt, hieß es in einer Erklärung, die sein Verteidiger vorlas. Deswegen ließ er sich erneut auf einen Autodiebstahl als Teil einer Bande ein. Lediglich 100 Euro sollte er für seine Beteiligung am Diebstahl von zwei Autos bekommen.
Jede halbe Stunde eine Dosis
Mephedron, Amphetamine und Kokain habe er am Tag der Tat konsumiert, führte er aus. Jede halbe Stunde gab es eine Dosis Mephedron. Das Betäubungsmittel wirkt euphorisierend und aktivierend und wird als Partydroge genutzt. Der Stoff habe zu einer höheren Risikobereitschaft geführt und die Steuerungsfähigkeit des 27-jährigen Angeklagten erheblich beeinträchtigt, sagte ein Gutachter vor dem Landgericht.
Der Angeklagte soll im vergangenen Jahr bei einer Verfolgungsjagd im Süden von Brandenburg einen 32-jährigen Polizisten aus Dresden mit seinem Wagen erfasst und getötet haben. Der Fall hatte bundesweit zu Anteilnahme geführt. Dem Angeklagten mit polnischer Staatsbürgerschaft wirft die Staatsanwaltschaft Mord vor, um eine Straftat zu verdecken. Ein Urteil soll voraussichtlich am 6. Mai gesprochen werden.