Verlängerung im Streit um die psychiatrische Begutachtung von Beate Zschäpe: Der vom Gericht eingesetzte Sachverständige Henning Saß hat die Kritik zweier Kollegen an seinem Gutachten über die mutmaßliche Rechtsterroristin zurückgewiesen. Er bleibe bei seinen Befunden, sagte Saß am Dienstag im Oberlandesgericht (OLG) München. Allerdings ist seine Befragung noch nicht beendet und soll Ende Juni fortgesetzt werden.
Saß hatte Zschäpe für voll schuldfähig erklärt und nahegelegt, sie könne auch in Zukunft noch gefährlich sein. Dagegen waren Zschäpes zwei Verteidigergruppen mit je einem eigenen Psychiater vorgegangen und hatten versucht, Saß' Befunde zu widerlegen.
Als Reaktion auf die Methodenkritik des Bochumer Psychiaters Pedro Faustmann an seinem Gutachten sagte Saß, er habe auch nach «nochmaliger kritischer Durcharbeitung» keine Gründe gefunden, seine Einschätzungen zu verändern.
Die Verteidiger Zschäpes sahen sich außerstande, Fragen an Saß zu formulieren. Sie benötigten dafür externen Sachverstand und ein zuvor ausgearbeitetes Fragenkonzept, sagte Rechtsanwalt Wolfgang Heer. Das Gericht lud Saß darum erneut, aus Termingründen allerdings erst für den 29. Juni.