Ein 29-Jähriger, der wegen versuchten Mordes an einem Polizisten im Zusammenhang mit Ausschreitungen bei einem Fußballspiel angeklagt ist, hat die Tat eingeräumt. Nach eigenen Angaben gehört er aber nicht zur gewaltbereiten Fanszene. Zu Beginn des zweiten Verhandlungstags am Landgericht Magdeburg sagte er, er habe vor den Ereignissen Ende Januar noch nie Gewalt gegen die Polizei ausgeübt. «Ich weiß bis heute nicht, was in mich gefahren ist.» Es sei falsch, was er getan habe, er wolle sich entschuldigen bei den Beamten.
Der Angeklagte gab zu, einer von vielen Fans gewesen zu sein, die Gegenstände auf eine Polizeikette warfen. Er hätte sich nicht mitreißen lassen dürfen, sagte der groß gewachsene und breitschultrige Mann. Er gab an, er betreibe Kraftsport als Hobby in einem normalen Fitnessstudio, habe damals eine feste Beziehung mit einer Polizistin gehabt.
Laut der Staatsanwaltschaft soll der Mann aus Aschersleben in Sachsen-Anhalt eine führende Rolle bei Ausschreitungen beim Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden am 24. Januar eingenommen haben. Er soll die aggressive Stimmung angeheizt haben. Der Angeklagte warf laut der Staatsanwaltschaft einen etwa 15 Kilogramm schweren Pflasterstein in Richtung der Polizisten. Er habe ihn «aus blindem Hass» auf die Beamten geschleudert.