Ein führendes Mitglied der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK ist auf Ersuchen der dortigen Ermittlungsbehörden in Hamburg festgenommen worden. Wie die Zentralstelle Extremismus Sachsen bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden mitteilte, handelt es sich um einen 54-jährigen Türken, der über mehrere Jahre die Aktivitäten der Organisation in verschiedenen Bundesländern und deutschen Städten geleitet haben soll. Ihm wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland zur Last gelegt.
Die PKK nahm in den 1980er Jahren den bewaffneten Kampf für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei auf, rückte später aber von der Forderung eines unabhängigen Staates ab. Seit 1993 unterliegt sie in Deutschland einem Betätigungsverbot und wird in der EU wie in der Türkei und den USA als Terrororganisation geführt. Im Zuge eines neuen Versuchs eines Friedensprozesses zwischen der Türkei und der PKK hatte die Organisation ihre Auflösung angekündigt.
Der 54-Jährige wurde aufgrund eines Haftbefehls des Oberlandesgerichts Dresden festgenommen. Seine Wohnung in Köln wurde durchsucht, die Maßnahmen durch Polizisten aus Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unterstützt.