Eine noch als Mann verurteilte Gefangene hat während ihrer Haft in Thüringen offiziell ihr Geschlecht geändert und ist deshalb nun ins Frauengefängnis nach Chemnitz verlegt worden. Eine solche Verlegung habe es in Thüringen zuvor noch nicht gegeben, hieß es aus dem Thüringer Justizministerium.
Thüringen verfügt selbst über keine Haftplätze für Frauen. Eine Vereinbarung mit dem Nachbarbundesland regelt, dass Frauen aus Thüringen im Frauengefängnis in Chemnitz ihre Strafe absitzen.
Dass die Person nun tatsächlich in ein Frauengefängnis verlegt wurde, sei aufgrund einer einstweiligen Anordnung der Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Erfurt erfolgt, hieß es seitens des Ministeriums. Die Änderung des offiziellen Geschlechtseintrags im Personenstandsregister der Gefangenen sei durch das sogenannte Selbstbestimmungsgesetz möglich gewesen.
Die nun in die JVA Chemnitz verlegte Person ist nach Informationen der «Thüringer Allgemeinen» wegen sexuellen Missbrauchs zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden.