Sachsen hat im Bundesrat für ein Gesetz zur Verbesserung des strafrechtlichen Schutzes von politisch und gesellschaftlich aktiven Menschen geworben. «Das Strafrecht ist kein Allheilmittel für tiefgreifende gesellschaftliche Probleme, wie wir sie aktuell sehen», sagte die sächsische Justizministerin Katja Meier (Grüne) am Freitag in Berlin. Der Staat sei aber aufgefordert, dort wo Strafbarkeitslücken bestehen und Unrecht nicht verfolgt werden kann, die Lücken zu schließen. «Wer bewusst ins private Umfeld von politisch Engagierten eindringt und damit ein Klima der Angst erzeugen will, der begeht politisches Stalking.»
Meier ging in ihrer Rede auf die jüngsten Vorfälle in Dresden ein. Anfang Mai waren ein Wahlhelfer der Grünen und der SPD-Politiker Matthias Ecke angegriffen worden. Vier Täter schlugen Ecke zusammen, er musste im Krankenhaus operiert werden. Auch ein Wahlstand der AfD wurde attackiert.
«Es ist unsere Pflicht, diesem politischen Stalking insbesondere gegen Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker rechtsstaatlich Einhalt zu gebieten», sagte Meier.