Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Justiz

Dutzende Straftaten mit K.-o.-Tropfen - Leipzig auf Platz 1

Dutzende Straftaten mit K.-o.-Tropfen - Leipzig auf Platz 1
2024 wurden in Sachsen 88 Straftaten im Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen bekannt. Doch die Polizei geht von einem großen Dunkelfeld aus. (Archivbild) / Foto: Christian Thiele/dpa
Von: DieSachsen News
Mit K.-o.-Tropfen wollen Kriminelle ihre Opfer betäuben, um sich an ihnen zu vergehen oder sie auszurauben. In Sachsen sind vor allem Frauen Ziel solcher Straftaten.

99 Menschen sind voriges Jahr in Sachsen Opfer von Straftaten in Zusammenhang mit K.-o.-Tropfen geworden. Am häufigsten traf es Frauen (74), wie das Landeskriminalamt (LKA) auf dpa-Anfrage informierte. 

Bei Partys, Volksfesten oder Festivals heimlich ins Getränk gemischt, versuchen Kriminelle, ihre Opfer mit diesen Substanzen hilflos, willenlos oder gar bewusstlos zu machen - etwa, um sie auszurauben oder sich an ihnen zu vergehen. 

Polizei vermutet hohe Dunkelziffer

Insgesamt wurden den Angaben nach 88 Straftaten gemeldet, bei denen teils mehrere Opfer betroffen waren. «Ganz sicher besteht ein großes Dunkelfeld, denn viele Opfer haben Hemmungen, schämen sich und verzichten daher auf eine Anzeige», hieß es vom LKA.

Im Vergleich der Landkreise und kreisfreien Städte wurden die meisten Fälle in Leipzig (28) und Dresden (19) bekannt. Verabreicht wurden die Substanzen bei Veranstaltungen im Freien, in Diskotheken, Bars oder Clubs, aber auch bei privaten Partys. 

Laut LKA wird das Verabreichen von K.-o.-Tropfen nicht als eigenständiger Straftatbestand erfasst. Die Zahlen beruhen daher auf einer gesonderten Auswertung. Die Werte dafür seien angepasst worden, sodass die neuen Zahlen nicht direkt mit denen der Vorjahre vergleichbar seien, hieß es. Bisher waren für den Zeitraum 2015 bis 2023 Zahlen zwischen 31 (2016) und 63 (2019) Fälle pro Jahr genannt worden. 

Mehr aus dieser Kategorie

Wie kann man sich schützen?

Die Polizei rät, beim Besuch von Veranstaltungen, Volksfesten und Festivals Getränke nie unbeaufsichtigt zu lassen. Angebotene Getränke sollten nur original verschlossen angenommen werden. Zudem sollte man nie ein Glas auf ex trinken und stets auf Geschmacks- und Geruchsveränderungen achten. Bei Verdacht auf K.-o.-Tropfen seien rasch Polizei und Rettungsdienst zu rufen.

Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Sachsen News
Artikel von

Sachsen News

Sachsen News ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.

Social Media