Im Prozess gegen die non-binäre Person Maja T. aus der linken Szene in Deutschland will das Budapester Stadtgericht heute (Mittwoch) das Urteil verkünden. Die Verhandlung beginnt um 10.30 Uhr, die Urteilsverkündung soll in den Nachmittagsstunden erfolgen.
Die ungarische Staatsanwaltschaft wirft T. versuchte lebensbedrohende Körperverletzung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. T. soll an tätlichen Angriffen von militanten Linken auf mutmaßliche Rechtsextremisten im Februar 2023 in Budapest beteiligt gewesen sein. Die Anklage verlangt 24 Jahre Gefängnis für T. Gegen das Urteil am Ende eines knapp einjährigen Prozesses kann berufen werden.
Rund 20 deutsche und andere mutmaßliche Linksextremisten hatten zwischen dem 9. und 11. Februar 2023 an fünf Stellen der ungarischen Hauptstadt Menschen mit Teleskop-Schlagstöcken, Gummihämmern und Pfefferspray angegriffen, unter ihnen ein deutsches Paar. Von ihren Opfern nahmen die Angreifer an, dass sie am sogenannten «Tag der Ehre» teilgenommen hatten, einem jährlichen SS-Gedenken, das die Behörden in Budapest tolerieren. Bei den meist brutal durchgezogenen Angriffen sollen neun Menschen verletzt worden sein, vier von ihnen schwer.