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Auschwitz verurteilt Schändung von Denkmal für NSU-Opfer

07.10.2019 von

Foto: Er war Teil des Gedenkortes für Enver Simsek, dem ersten NSU-Opfer, und wurde von Unbekannten abgesägt. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Das Internationale Auschwitz Komitee verurteilt die wiederholte Schändung des Mahnmals für die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle NSU in Zwickau. Auschwitz-Überlebende seien tief besorgt über die zunehmende gezielte Zerstörungswut der rechtsextremen Szene in Deutschland, die immer wieder versuche, Erinnerungsorte für Opfer rechtsextremen Hasses aus dem öffentlichen Raum zu entfernen, teilte das Komitee am Montag in Berlin mit.

Unbekannte hatten in der Nacht zum Sonntag eine erst am Freitag aufgestellte Holzbank mit einer Inschrift zum Gedenken an die NSU-Opfer zerstört. Am Freitag wurde ein ebenfalls zum Gedenken gepflanzter Baum von Unbekannten abgesägt. Die Eiche sollte an das erste NSU-Opfer Enver Simsek erinnern.

Nach Angaben der Polizeidirektion Zwickau vom Montag gibt es bislang keine neuen Erkenntnisse zu den Tätern. Die Bank sei zur Spurensuche sichergestellt worden. Der Staatsschutz ermittele.

In wenigen Wochen werden Auszubildende der Volkswagen AG aus Zwickau, Chemnitz und Wolfsburg gemeinsam mit polnischen Kollegen in Zwickau neue Bäume zum Gedenken an die Opfer rechtsextremer Gewalt pflanzen, teilte das Komitee weiter mit. Die Azubis hatten an einem zweiwöchigen Projekt in der Gedenkstätte Auschwitz teilgenommen, das vom Internationalen Auschwitz Komitee initiiert worden war.

Der NSU hatte jahrelang unerkannt in Zwickau im Untergrund gelebt. Die Gruppierung, zu der außer Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt noch Beate Zschäpe gehörte, wird für neun Morde an Ausländern, für die Tötung einer deutschen Polizistin sowie für zwei Sprengstoffanschläge und diverse Raubüberfälle verantwortlich gemacht. 2016 war in Zwickau schon einmal ein Mahnmal geschändet worden - eine aus mehreren Bänken mit den Namen der Opfer bestehende Installation.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Er war Teil des Gedenkortes für Enver Simsek, dem ersten NSU-Opfer, und wurde von Unbekannten abgesägt. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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