Klares Urteil am Ende eines außergewöhnlichen Prozesses: Ein 89-jähriger Mann ist vom Landgericht Chemnitz wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer sah es am Dienstag als erwiesen an, dass der Rentner aus Frankenberg im Landkreis Mittelsachsen seine ehemalige Lebensgefährtin am 22. März 2016 heimtückisch tötete. Dafür habe der aus der Oberpfalz stammende Mann ein stillgelegtes Auto präpariert und mit ihm das auf einem Moped fahrende Opfer von hinten gerammt. Die Frau stürzte und erlag am Tag darauf im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen.
«Das ist eine sehr außergewöhnliche Tat», sagte die Richterin. Der Angeklagte habe keine Zeichen von Unrechtsbewusstsein gezeigt. Karl O. muss mehr als 16 000 Euro Schmerzensgeld an eine der drei Töchter des Opfers zahlen und alle Kosten des Verfahrens tragen. Darüber hinaus können weitere Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen gestellt werden. Die Verteidigung kündigte an, eine Revision zu prüfen.