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So soll der Braunkohleausstieg Wasser und Boden in der Lausitz retten

So soll der Braunkohleausstieg Wasser und Boden in der Lausitz retten
Foto: LfULG
Від: Uwe Tschirner
LTV und LfULG ziehen Bilanz zum Projekt „RegioNet WasserBoden“ und präsentieren Ergebnisse für das Lausitzer und das Mitteldeutsche Revier. Im Fokus stehen Wasser, Boden, Naturschutz und die künftige Entwicklung der Braunkohleregionen.

Ergebnisse für die Braunkohlereviere

Der Braunkohleausstieg stellt das Lausitzer und das Mitteldeutsche Revier vor große Aufgaben. Zugleich entstehen neue Spielräume, um Wasser, Boden und Natur besser zu schützen und die Regionen langfristig neu auszurichten.

Mit dem Projekt „RegioNet WasserBoden“ haben die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) und das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in den vergangenen dreieinhalb Jahren zahlreiche Akteure vernetzt und fachliche Grundlagen erarbeitet. Bei der Abschlussveranstaltung in Groitzsch wurden nun zentrale Ergebnisse für das Mitteldeutsche Revier vorgestellt. Bereits am Dienstag hatten die Projektpartner in Weißwasser auch für das Lausitzer Braunkohlerevier Bilanz gezogen.

Mehr als 30 Teilprojekte zu Wasser, Boden und Naturschutz

Im Rahmen von „RegioNet WasserBoden“ entstanden über 30 Teilprojekte. Dazu gehört eine Handlungsempfehlung für Behörden, Planer und Vorhabenträger, die bei Bauvorhaben tiefgreifende Bodeneingriffe verringern und den Verlust natürlicher Bodenfunktionen begrenzen soll. Ergänzt wird sie durch digitale Karten zu den Böden in den Bergbaufolgelandschaften. Sie zeigen die Verbreitung von Kippenböden und den Stand der Rekultivierung.

Diese Grundlagen sollen helfen, den Bodenschutz in den stark veränderten Landschaften frühzeitig in Planungen einzubeziehen. Auch technische Fragen wurden bearbeitet: Im Teilprojekt Aquathermie untersuchten Fachleute die Nutzung von Gewässern zur Wärmegewinnung und mögliche ökologische Folgen. Am Beispiel des Werbener Floßgrabens entstand außerdem eine Machbarkeitsstudie zum Umgang mit Gewässern, die zeitweise trockenfallen können.

Neue Ansätze für die Wasserbewirtschaftung

Ein Schwerpunkt lag auf der künftigen Steuerung des Wasserdargebots. Für den Südraum Leipzig wurde ein Messnetzkonzept erarbeitet, damit die nötigen Daten für eine bessere Wasserverteilung erhoben werden können. Zudem übernahm „RegioNet WasserBoden“ die Leitung des neu gegründeten Bewirtschaftungsgremiums Westsachsen und unterstützt es fachlich.

Weitere Ergebnisse betreffen den Groitzscher See und das Hochwasserrückhaltebecken Stöhna. Hier wurden Grundlagen entwickelt, um die Wasserverfügbarkeit nach dem Braunkohlebergbau zu optimieren. Im Lausitzer Revier arbeitet das Projekt unter anderem an Studien zu Wasserüberleitungen aus Fremdeinzugsgebieten, zur Speicherkapazität entlang von Spree und Schwarzer Elster sowie zur möglichen Nutzung von Klärwasser für Industrie und Landwirtschaft.

Netzwerk bleibt bis 2027 aktiv

Ein wichtiger Erfolg ist auch das gewachsene Netzwerk: Mehr als 100 regionale und überregionale Partner sind eingebunden, über 40 davon arbeiteten regelmäßig an einzelnen Teilprojekten mit. Das Projekt läuft noch bis April 2027. Bis dahin sollen offene Arbeiten abgeschlossen, weitere Ergebnisse veröffentlicht und Arbeitshilfen an Genehmigungsbehörden übergeben werden.

Die Finanzierung stammt zu 90 Prozent aus dem Bundesförderprogramm STARK. Die restlichen zehn Prozent trägt der Freistaat Sachsen. Damit soll der Transformationsprozess in den Kohleregionen ökologisch, ökonomisch und sozial unterstützt werden.