Eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus ist nach Überzeugung von Thomas Grünewald, Vorsitzender der sächsischen Impfkommission (SIKO), weiterhin sinnvoll. Das gelte «auf jeden Fall» für Risikogruppen, sagte der Infektionsmediziner der Deutschen Presse-Agentur. «Und auch wer sich noch nicht mit den BA.2-abgeleiteten Omikron-Varianten auseinandergesetzt hat, sei es im Rahmen einer Infektion oder der Impfung mit den BA.4/5-angepassten Impfstoffen, sollte das tun.» Denn drei bis fünf Prozent der Infizierten träfen Long Covid oder Post Covid, eben auch bei Omikron. Die, die mit den BA.4/5-angepassten Impfstoffen geimpft wurden, haben laut Grünewald «eine recht gute Kreuzimmunität» gegen die zirkulierenden Varianten. Sie bräuchten nach derzeitigem Stand zunächst keine weitere Injektion.
Zurzeit sieht es laut Grünewald so aus, als ob das Virus in der Omikron-Variante in die endemische Phase übergehe. Auf lange Sicht werde es sicher zumindest für Risikogruppen sinnvoll sein, sich analog zur Grippeschutzimpfung einmal jährlich dagegen impfen zu lassen. «Die Pandemie ist erst überstanden, wenn sie weltweit überstanden ist», sagte Grünewald. Die Entwicklung in China nach dem Ende der Null-Covid-Strategie sei «nicht günstig», denn «je mehr Virus zirkuliert, desto größer ist die Chance für weitere evolutive Mutationen».