Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Sachsen hat mit Blick auf die Aufhebung der Impfpriorisierung in den Arztpraxen vor zu großen Erwartungen gewarnt. Noch gebe es nicht genügend Impfstoff, um die Nachfrage zu bedienen, sagte Klaus Heckemann der Deutschen Presse-Agentur. Letztlich gehe es vor allem um den Impfstoff von Biontech/Pfizer. Davon bekämen die Arztpraxen deutschlandweit im Mai rund 1,5 Millionen Dosen geliefert - für Juni sind 3,5 Millionen Dosen vorgesehen. Es sei ratsam gewesen, mit der Freigabe noch bis Anfang Juni zu warten, so Heckemann. «Sonst ist die Frustration groß, weil man Erwartungen weckt.»
Allerdings geht der Kassenärzte-Chef davon aus, dass auch die 3,5 Millionen Dosen des Biontech-Präparates noch nicht den Bedarf decken. Momentan etwa sei der Impfstoff in so mancher sächsischer Praxis knapp, um etwa selbst die von der Sächsischen Impfkommission empfohlene Biontech-Zweitimpfung innerhalb von drei Wochen zu realisieren. Erst ab Juli, so die Prognose von Heckemann, werde die Nachfrage wohl abflachen und sich die Situation entspannen.