Die Corona-Pandemie hat die schwierige Lage von Heilbädern in Sachsen nach Darstellung ihres Branchenverbandes weiter verschlechtert. Sie müssten zwar umfangreiche Gesetzesauflagen erfüllen und dafür erhebliche Mittel aufbringen, hätten aber keine entsprechenden Einnahmen, sagte Helfried Böhme, Geschäftsführer des Sächsischen Heilbäderverbands. «Wir fordern daher nachdrücklich eine finanzielle Unterstützung der Kurorte durch den Freistaat Sachsen, um deren Rolle als wichtige Wirtschaftsfaktoren in strukturschwachen Regionen auch in Zukunft ausfüllen zu können.» Diese Hilfe gebe es in einigen Bundesländern schon lange und sie sei in Sachsen überfällig und überlebensnotwendig. Sonst könne man im Wettbewerb nicht bestehen.
Böhme zufolge werden erst die nächsten Monate zeigen, wie viele der kleineren touristischen Einrichtungen in den Kurorten akut in ihrer Existenz bedroht sind. Von den größeren Akteuren wie den sächsischen Gesundheitsbädern und Kurmittelhäusern habe im Gegensatz zur Situation in anderen Bundesländern noch keine Einrichtung Insolvenz anmelden müssen: «Viele haben die laufenden Kosten mehr schlecht als recht durch die Aufnahme von neuen Darlehen und die Nutzung von finanziellen Mitteln, die in den Vorjahren eigentlich für künftige Investitionen angespart worden waren, bestreiten können.» Diese würden aber in den nächsten Jahren fehlen und negative Auswirkungen auf die Marktposition und die Wettbewerbsfähigkeit haben.