Gesundheitsministerin: Helfer für Kliniken gesucht
Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hat wegen der angespannten Corona-Lage in vielen Kliniken niedergelassene Mediziner gebeten, ihre Arztpraxen über die bevorstehenden Feiertage geöffnet zu lassen. Zudem rief sie Freiwillige auf, in den Krankenhäusern ihre Mitarbeit anzubieten: «Bitte melden Sie sich, wenn Sie Essen austeilen oder anders helfen können in den Kliniken oder Heimen. Das Personal freut sich über jede Entlastung, wenn die Leute auch mal ein, zwei Tage frei machen können», sagte die Ministerin der «Leipziger Volkszeitung» (Montag-Ausgabe).
Mit Blick auf die Praxis-Ärzte sagte Köpping: «Ich bitte wirklich die niedergelassenen Ärzte aller Fachrichtungen, auf ihren wohlverdienten Weihnachtsurlaub zu verzichten und uns zu unterstützen.» Mit diesem solidarischen Beitrag könnten die Notfallzentren und Kliniken unterstützt werden. «Nicht jeder, der Beschwerden hat, die vielleicht gar nichts mit Corona zu tun haben, soll die Notfallzentren um die Feiertage herum aufsuchen. Wer kein Notfall ist, muss da nicht hin, sondern soll in die Arztpraxis gehen», so Köpping weiter.
Auch für die Impfteams in Sachsen werde noch zusätzliches Personal benötigt. Neben den Ärzten brauche es weitere Mitarbeiter, die die Daten erfassen, und jede einzelne Impfung vorbereiten. «Wer helfen kann und will, möge sich bitte beim Deutschen Roten Kreuz in Sachsen melden», so die Ministerin.
Bei den bevorstehenden Corona-Impfungen sei noch etwas Geduld nötig: Zwar würden voraussichtlich ab 27. Dezember die ersten Menschen aus besonders gefährdeten Risikogruppen von mobilen Einsatzteams geimpft, so Köpping. Allerdings reiche der Impfstoff noch nicht für die Impfzentren. Eine Anmeldung und Terminvergabe sei hier noch nicht möglich.
Zu den zahlreichen Corona-Fällen in Alters- und Pflegeheimen sagte die Politikerin: «Wir sind das zweitälteste Bundesland Deutschlands. Eine Million der vier Millionen Einwohner sind über 65 Jahre alt. Damit haben wir eine hohe Dichte an Altersheimen, insgesamt 1000.» Von diesen seien aktuell rund 200 von Corona betroffen, also jedes fünfte Heim.
Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH