Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) drängt auf eine schnelle Änderung beim Bürgergeld für Flüchtlinge aus der Ukraine und bekommt dafür Widerspruch. «Wer arbeiten kann, muss auch arbeiten», hatte er am Montag «Sächsische.de» gesagt. Am Dienstag meldete sich dazu auch die sächsische Justizministerin Katja Meier (Grüne) zu Wort. Wenn Kretschmer eine pauschale Arbeitspflicht für alle Ukrainerinnen und Ukrainer fordere, verkenne er die Realität. «Die Mehrheit ukrainischer Kriegsgeflüchteter sind Frauen mit Kindern. Statt Ressentiments zu schüren, sollten die entsprechenden Bedingungen geschaffen werden, um endlich den Zugang zum Arbeitsmarkt zu erleichtern und die bestehenden Hürden abzubauen.»
Meier verwies auf Umstände, die eine Arbeitsaufnahme erschweren. «Die geflüchteten, zumeist hier alleinerziehenden ukrainischen Frauen brauchen eine sichere Betreuung ihrer Kinder und gute Angebote für den Erwerb der deutschen Sprache. Die hohen bürokratischen Hürden bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen müssen abgebaut werden.»