Wenn Johannes Kürschner auf eine Reise geht, dann tut er das selten auf gewöhnliche Art und Weise. Der Filmemacher und Comedian, der unter seinem Alter Ego «Günther Krass» als Teil des Duos «Günther & Hindrich» bekannt ist, ist gerade von einer Reise nach Korsika zurückgekehrt. Den Weg zur Insel und drumherum hat der 36-Jährige mit dem Fahrrad und dem Kajak zurückgelegt und so, wie er selbst in seinen regelmäßigen Instagram-Kurzclips sagt, praktisch ohne jede Vorbereitung seine «bisher größte sportliche Herausforderung» gemeistert. Seine Etappen, Herausforderungen, Höhen und Tiefen und auch kulinarischen Highlights hat er dabei in gewohnt ironisch kommentierender Art und Weise im breitesten ihm möglichen Dialekt festgehalten. «Reise-Comedy» nennt Kürschner das. Es sei eine Nische, die er zusammen mit Freund und Kollegen Franz Müller alias «Hindrich» für sich entdeckt habe. Dabei sei die Komik meist schon aufgrund der Reiseplanung vorprogrammiert: «Du musst dir irgendwas aussuchen, was schon das Abenteuer oder die Geschichten von selbst erzählt», so Kürschner. Im Falle von «Günther & Hindrich» sei das meist «ein möglichst schlechtes Fahrzeug». Das schreibe die Geschichten praktisch von alleine. Es ist ein Konzept irgendwo zwischen «Go Trabi go», derb, absurdem Flachwitz á la «Elsterglanz» und kreativ sächselndem Wortwitz wie bei Olaf Schubert.
Zwischen Wortwitz und Ost-Klischees
Doch in gewohnt parodierender Art und Weise hält der Filmemacher für seine Follower auch die kleinen Dinge des Alltags fest, wenn er dem korsischen Essen «Westniveau 3000» attestiert oder wenn er den Zustand italienischer Autos und die «Installationsvielfalt» bei Strom- und Wasserleitungen an korsischen Gebäuden amüsiert mit deutschen Tüv-Maßstäben vergleicht.
«Günther & Hindrich» wurden vor inzwischen mehr als 15 Jahren als Schnapsidee zweier Mittweidaer Medientechnik-Studenten geboren. Mit einem Kurzfilm über ostdeutsche Jugend inmitten von Zweitakt-Qualm, Mopedkult, Do-it-yourself-Kultur und bierseliger Werkstattphilosophie haben sich die beiden Dresdner binnen kürzester Zeit Kultstatus erarbeitet. Neben ihren Filmprojekten sind die beiden mittlerweile erfolgreich mit einem Comedy-Bühnenprogramm unterwegs - so auch in diesem Sommer. Mit ihren Reisevorträgen sind die Extrem-Outdoor-Komödianten auch bereits überregional etwa bis in die Schweiz als Botschafter ostdeutscher Subkultur unterwegs.