Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat am Montag bei der Vorstellung des Nachtragshaushalts keinen Hehl daraus gemacht, wo die eigentlichen Entscheidungen fallen: erst beim Doppelhaushalt 2027/28. Dort, so Hilbert wörtlich, werde es „dramatische Einschnitte" im freiwilligen Bereich geben. Wann genau, was genau, in welchem Umfang — dazu schweigt die Stadtverwaltung vorerst.
Das Defizit, das nicht dort entsteht, wo gespart wird
Das strukturelle Defizit Dresdens hat eine klare Ursache: Bund und Freistaat übertragen den Städten immer mehr Pflichtaufgaben — Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Pflege — ohne das nötige Geld dafür mitzugeben. Die Kosten für diese Bereiche sind zuletzt teils zweistellig gestiegen, die Einnahmen nicht. Dresden kann diese Leistungen nicht kürzen. Das ist rechtlich nicht möglich.
Gespart wird deshalb woanders: bei den freiwilligen Leistungen. Kulturförderung. Sportangebote. Jugendtreffs. Vereinsunterstützung. Bereits jetzt hat die Stadtverwaltung 38,3 Millionen Euro aus diesem Bereich herausgepresst. Für 2027/28 steht die nächste Runde an — und die wird nach allem, was Hilbert durchklingen ließ, deutlich härter.