„So eine finanziell dramatische Situation habe ich noch nicht erlebt“, sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert am Montag. Was dahintersteckt, ist komplizierter als eine schlechte Schlagzeile — aber auch nicht so kompliziert, dass man es nicht erklären könnte.
Das Geld fehlt nicht wegen Verschwendung
Dresden gibt mehr aus, als es einnimmt. 239 Millionen Euro groß wäre das Minus am Jahresende geworden, hätte die Stadt gar nichts unternommen. Das klingt nach Misswirtschaft. Ist es aber nicht.
Der Grund ist ein anderer: Bund und Freistaat Sachsen übertragen den Städten immer mehr Aufgaben — Jugendhilfe, Pflege, Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung — ohne dafür ausreichend Geld mitzugeben. Diese Leistungen sind Pflicht, keine Kür. Dresden kann nicht einfach entscheiden, sie nicht mehr anzubieten. Und sie werden teurer: Die Kosten für Jugendhilfe stiegen zuletzt um fast zehn Prozent, die Eingliederungshilfe um fast dreizehn, die Hilfe zur Pflege um fast achtzehn — in einem einzigen Jahr.