„Es wurde hier im Stadtforum auch mit dem Bobbycar gefahren." Frank Fiedler, Abteilungsleiter Verkehrsentwicklungsplanung im Dresdner Stadtplanungsamt, muss selbst ein bisschen schmunzeln, als er das am Donnerstag während der Pressekonferenz zum Reallabor AUTOmobil erzählt. Aber genau das war der Punkt: Das Reallabor AUTOmobil sollte nah dran sein an der Alltagsmobilität echter Dresdner Haushalte – nicht an Statistiken.
Fast 350 wollten mitmachen
Zwischen Mai und November 2025 begleitete die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Dresdner Büro Mobilitätswerk GmbH 20 Haushalte, die ihr Auto mindestens dreimal pro Woche nutzen. 52 Menschen waren dabei vertreten – vom Kleinkind bis zum Rentner. Diese Gruppe soll repräsentativ für jene Dresdner stehen, die ausschließlich das Auto für ihre Mobilität nutzen. Für einen Platz hatten sich knapp 350 Haushalte beworben. „Angesichts des Aufwandes, der zu betreiben war, ist das sehr gut", sagt Fiedler.
Der Aufwand war tatsächlich beträchtlich: Jeder Haushalt führte ein halbes Jahr lang ein Mobilitätstagebuch, nahm an Tiefeninterviews und Gruppendiskussionen teil. Dafür gab es 50 Euro pro Person und Monat, gedeckelt auf 150 Euro pro Haushalt – insgesamt 13.000 Euro. Für Radiowerbung gab die Stadt zudem 8.000 Euro aus. "Im Radio finden sie am ehesten Zugang zu Autofahrern", erklärte Fiedler, warum vor allem dieses Medium bei der Kandidatengewinnung half.