Sieben Jahre und ein Farbeimer später: Die Glacisstraße bekommt jetzt ihren Zebrastreifen
Dresden. Jetzt wird er wirklich gebaut. Ab Montag, 5. Oktober, lässt das Straßen- und Tiefbauamt auf der Glacisstraße in der Neustadt einen Zebrastreifen anlegen, auf Höhe der Mittelinsel vor dem Heinrich-Schütz-Konservatorium. Fußgänger sollen dort künftig sicherer über die Straße kommen. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Anfang November.
Für viele Neustädter ist das mehr als eine Baustellenmeldung. Auf genau diesen Überweg wird seit Jahren gewartet.
Vom Stadtratsbeschluss 2018 zum aufgemalten Zebrastreifen
Eltern setzen sich seit Langem für eine sichere Querung vor dem Konservatorium ein, bislang gab es dort nur eine Mittelinsel. Bereits 2018 beschloss der Stadtrat einen interfraktionellen Antrag für zusätzliche Zebrastreifen, auf dessen Standortliste die Glacisstraße ganz oben stand, so die SPD-Fraktion. 2021 sprach sich auch der Stadtbezirksbeirat Neustadt erneut dafür aus.
Passiert war lange nichts. Die Stadt verwies auf ihre 2022 beschlossene Fußverkehrsstrategie, in der Querungsstellen nach Dringlichkeit eingestuft werden; der Standort lag in Priorität zwei, sollte aber aus Geldmangel vorerst nicht gebaut werden. Im August 2025 kippte die Lage. Unbekannte malten den Zebrastreifen einfach selbst auf die Fahrbahn, woraufhin die Stadt die Markierung entfernen ließ, sie als Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr wertete und Strafantrag stellte. Der Fall wurde bundesweit aufgegriffen, die SPD sprach von Verwaltungsversagen.
Halbseitige Sperrung und Einbahnregelung
Während der Bauzeit ist die Fahrbahn halbseitig gesperrt, die Glacisstraße wird zur Einbahnstraße Richtung Norden. Wer nach Süden will, fährt über Oberer Kreuzweg und Georgenstraße zurück auf die Glacisstraße. Fußgänger werden durch das Baufeld geführt und können die Straße zum Konservatorium über eine Mittelinsel nördlich der Baustelle queren.
Für den Überweg wird an der Fahrbahn, an beiden Gehwegen und in der Grünfläche gearbeitet. Die Mittelinsel wird verbreitert, das Blindenleitsystem angepasst, zusätzliche Beleuchtung kommt dazu. Damit Autofahrer und Fußgänger einander am Überweg gut sehen, werden die angrenzenden Autostellplätze zu Fahrrad-Stellplätzen umgebaut. Freie Sicht auf den Zebrastreifen lässt sich mit parkenden Autos direkt davor nicht herstellen.
Der Überweg ist Maßnahme Nummer 28 der Fußverkehrsstrategie und einer von sieben, die Dresden 2026 neu einrichtet. Insgesamt steckt die Stadt in diesem Jahr rund 8,4 Millionen Euro in sicherere Wege für Fußgänger und Radfahrer. Die Arbeiten an der Glacisstraße führt die Firma P+S Pflaster- und Straßenbau aus, sie kosten rund 44.000 Euro.