Scheinrechnungen über fast 3 Millionen Euro: Zoll-Großrazzia im Raum Dresden
Dresden. Der Zoll hat am Donnerstag 13 Objekte im Raum Dresden und Bautzen durchsucht. Mehr als 100 Einsatzkräfte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit waren dabei. Die Ermittlungen richten sich gegen die Verantwortlichen zweier Baufirmen, denen die Staatsanwaltschaften Dresden und Görlitz vorwerfen, Schwarzarbeit organisiert und Sozialbeiträge hinterzogen zu haben.
Vorwurf Schwarzarbeit: Scheinrechnungen über fast drei Millionen Euro
Die beiden Beschuldigten sind 47 Jahre alt. Ihnen wird vorgeworfen, Arbeitnehmer teilweise nicht bei der Sozialversicherung angemeldet und Beiträge nur unvollständig abgeführt zu haben. Zwischen Anfang 2023 und Mitte 2026 sollen die beiden zudem Rechnungen angeblicher Servicefirmen über fast drei Millionen Euro verbucht haben. Dahinter stand nach Einschätzung der Ermittler keine echte Arbeit. Die Rechnungen sollten die Schwarzarbeit verdecken.
Die Durchsuchungsbeschlüsse kamen von den Ermittlungsrichtern der Amtsgerichte Bautzen und Dresden. Der Zoll setzte sie am 24. September um. Durchsucht wurden 13 Objekte, darunter private Wohn- und Geschäftsräume sowie Unterkünfte von Arbeitnehmern. Die Beamten stellten Mobiltelefone, Datenträger und Papierdokumente sicher.
Razzia im Raum Dresden und Bautzen: 300.000 Euro gepfändet
Um mögliche Gewinne abzuschöpfen, griffen die Ermittler auch auf Vermögen zu. Sie stellten über 22.000 Euro Bargeld und einen Pkw im Wert von rund 15.000 Euro sicher und pfändeten 300.000 Euro auf einem Bankkonto. Neben den Zöllnern der Finanzkontrolle Schwarzarbeit war auch das Finanzamt Dresden beteiligt. Die Ermittlungen laufen weiter.