Dresden. Eigentlich ist die Sache seit Jahren entschieden: Die Campuslinie soll gebaut werden, von Löbtau bis Strehlen, als Ersatz für die überfüllte Buslinie 61. Zwei Abschnitte sind fertig, ein dritter beginnt im Sommer. Nur am Wasaplatz hakt es — und dort hakt es schon so lange, dass der VCD Dresden jetzt die Geduld verliert.
VCD Dresden fordert schnelle Bestätigung
In einer Stellungnahme vom Montag fordert der Verkehrsclub den Stadtrat auf, den Kompromissvorschlag der Verwaltung für den Abschnitt an der Caspar-David-Friedrich-Straße ohne weitere Verzögerung zu bestätigen. Der Ton ist ungewohnt direkt. Die Argumente konservativer Fraktionen gegen die geplante Teilsperrung der Lockwitzer Straße seien „fadenscheinig und wenig stichhaltig", die Debatte insgesamt eine „destruktive Agendapolitik gegen vermeintliche Nachteile des Autoverkehrs".
Dabei zeigten sich dieselben Fraktionen bei anderen Projekten durchaus spendabel: beim Fernsehturm etwa, einem Nostalgieprojekt ohne verkehrlichen Nutzen, oder beim Carolabrücken-Neubau, wo sie nicht müde würden zu betonen, wie wichtig ein zügiger Baustart zur Kostendämpfung sei - ein Prinzip, das bei der Campuslinie offenbar nicht gelten solle. Widersprüchlich wirke zudem die gleichzeitige Forderung nach Einsparungen beim DVB-Liniennetz: Eine Investition, die nachweislich Betriebskosten senke, nun liegenzulassen, sei „unglaubwürdig".