Dresden: Schwäne brüten am Kiessee Leuben im Schutz der Wasserskianlage
Dresden. Müll, Grillreste und sogar ein Schlafsack, abgelegt direkt neben dem Nest - diese Zustände am südlichen Kiessee in Dresden-Leuben dokumentierte im Frühjahr eine Tierschützerin, wie TAG24 berichtete. Zweimal zerstörten Unbekannte das Gelege der dortigen Höckerschwäne. Und doch hat das Paar in diesem Jahr erfolgreich gebrütet: Es zog seinen Nachwuchs im abgesperrten Bereich der Wakeboard-Anlage groß, wie der Betreiber Martin Riedel (53) mitteilt. Entsprechende Fotos und Videos zeigte er am vergangenen Wochenende in seinem privaten WhatsApp-Status.
Warum die Schwanenbrut am Kiessee Leuben jahrelang scheiterte
„In den vergangenen Jahren haben die Tiere im öffentlich zugänglichen Bereich gebrütet. Dort wurde das Gelege aber regelmäßig zerstört", sagt Riedel. Schuld seien aus seiner Sicht eher rabiate Besucher und grobe Picknicker als der Fuchs. „In diesem Jahr haben sich die Schwäne einen Platz im geschützten Bereich der Wakeboard-Anlage gesucht - und die Brut war erfolgreich."
Bauzaun und Kameras schützen das Schwanennest
Mitte April bezog das Paar ein neues Quartier nahe der Anlage. Riedel reagierte schnell und ließ einen provisorischen Bauzaun aufstellen; der Platz liegt zudem im Blickfeld der Überwachungskameras. „Wir bitten auch Angler, den Nistplatz zu respektieren und die Schwäne ungestört zu lassen", sagte er. Ein Dresdner Tierschutzverein wollte den Schutz verstärken.
Betreiber und Stadt uneins über den Schutz der Schwäne
Eine Absperrung durch die Stadt sollte es dagegen nicht geben - das Störpotenzial an der Kiesgrube sei zu hoch, hieß es damals von der Stadtverwaltung. Man setze auf die geplante Badestelle und deren besucherlenkende Wirkung, die allerdings noch Jahre entfernt ist. Trotz der Störungen seien an den Kiesseen jedes Jahr Bruterfolge mehrerer Schwanenpaare nachgewiesen worden, betonte das Rathaus - Riedels Bilanz vom ersten Erfolg seit fünf Jahren bezieht sich dagegen auf das Paar am südlichen See.

Riedel sieht sich bestätigt: „Es ist sinnvoller, einen solchen urban gelegenen Naturplatz mit Plan zu bewirtschaften, anstatt ihn sich selbst zu überlassen und auf erfolgreiche Brut zu hoffen." Seine Wasserskianlage, Dresdens einzige, liegt selbst in einem Landschaftsschutzgebiet - um ihren Standort gab es immer wieder heftige Diskussionen.