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Neue Rollen für vier Standorte: So verändert sich Dresdens Krankenhaus-Landschaft

Gepflasterte Einfahrt zum Städtischen Klinikum Dresden mit Schranke: Auf einer Natursteinmauer im Vordergrund steht ein großes Schild mit dem Klinikslogan. Im Hintergrund befindet sich ein dreigeschossiges gelbes Gebäude mit Walmdach.
Neuausrichtung im Gesundheitswesen: Das Städtische Klinikum Dresden bündelt im Zuge des „Zukunftskonzepts 2035“ künftig seine stationäre Versorgung in Friedrichstadt (im Bild). Über den Umbau entscheidet der Stadtrat im Dezember. Foto: CdH
Von der Geriatrie in Löbtau über die Seelische Gesundheit am Weißen Hirsch bis hin zum ambulanten Zentrum in Trachau: Das Städtische Klinikum teilt seine Aufgaben völlig neu auf. Was die Gremien ab Montag beraten und worüber der Stadtrat im Dezember entscheidet.

Dresden. Vier Standorte, vier Aufgaben: Das Städtische Klinikum verteilt seine Häuser neu, und für Patienten ändert sich damit, wo sie künftig behandelt werden. Wer stationär ins Krankenhaus muss, kommt voraussichtlich nach Friedrichstadt, dort bündelt das Klinikum seine körpermedizinische Versorgung. Der Campus Trachau bleibt zwar Krankenhaus, setzt aber künftig auf ambulante Behandlung. Ab Montag beraten die Gremien der Stadt über das „Zukunftskonzept 2035", entscheiden soll der Stadtrat im Dezember.

Vier Standorte behalten je ein eigenes Profil

Alle vier Standorte des Klinikums bleiben erhalten, bekommen aber klarere Aufgaben. In Friedrichstadt läuft künftig die stationäre Versorgung zusammen. Trachau entwickelt sich zu einem Gesundheitsquartier, in dem die ambulante Behandlung im Vordergrund steht.

Der Weiße Hirsch bleibt der Standort für seelische Gesundheit, die geriatrische Reha für ältere Patienten bleibt in Löbtau. Dort sitzt auch der Bildungscampus mit der Medizinischen Berufsfachschule, an der über 600 junge Leute einen Pflege- oder Assistenzberuf lernen.

Warum das Klinikum umbaut: Reform und Ambulantisierung

Den Umbau begründet das Klinikum mit veränderten Bedingungen im Gesundheitswesen. Die bundesweite Krankenhausreform, der Trend zu ambulanten Behandlungen, der Fachkräftemangel und die wirtschaftliche Lage zwingen aus Sicht des Hauses zu einer Anpassung. Durch die Bündelung sollen Fachabteilungen enger zusammenarbeiten und Personal gezielter eingesetzt werden.

Das Zukunftskonzept ist nicht neu. Das Klinikum stellte es erstmals 2021 auf, der Stadtrat beschloss damals die erste Fünf-Jahres-Phase. Jetzt geht es um die überarbeiteten Phasen zwei und drei. Oberbürgermeister Dirk Hilbert wirbt für den Plan, es gehe um die beste Versorgung für Dresden und die Region. Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann zählt die Gesundheitsversorgung zur öffentlichen Daseinsvorsorge und damit zu den Kernaufgaben der Stadt.

Das Klinikum ist auch ein Kostenrisiko

Hinter dem Umbau steht auch die Finanzlage. Oberbürgermeister Dirk Hilbert bezeichnete das Städtische Klinikum zuletzt als „Sorgenkind" im städtischen Haushalt und nannte die Lage wegen der offenen Folgen der Gesundheitsreform höchst besorgniserregend. Das Zukunftskonzept sei ein wesentlicher Baustein, um die Verluste zu begrenzen; setze die Stadt es nicht mit Nachdruck um, drohten deutlich höhere Defizite. Eine konkrete Zahl nannte Hilbert nicht, die Wirkung der Reform sei noch nicht absehbar. Über den Doppelhaushalt und die darin genannten Risiken soll der Stadtrat am 26. November entscheiden.

Zeitplan: Beratung ab Montag, Beschluss im Dezember

Die Vorlage (V1005/26) geht ab dem 28. September durch die zuständigen Ausschüsse und die Stadtbezirksbeiräte Altstadt, Pieschen, Klotzsche und Loschwitz. Der Gremienlauf schafft zugleich die Grundlage für die Befassung im Krankenhausplanungsausschuss des Freistaats und für Förderanträge, die das Klinikum für die geplanten Investitionen braucht. Beschließen soll der Stadtrat im Dezember.

Das Städtische Klinikum zählt zu den großen Häusern der Region. Mit rund 4.000 Mitarbeitenden versorgt es im Jahr etwa 60.000 Patienten stationär und 129.000 ambulant. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der TU Dresden bildet es zudem Medizinstudenten aus.