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Nachtschicht über den Gleisen: Dresdens Brücken-Neubau nimmt Form an

Bauarbeiter in orangefarbener Warnkleidung sichern auf einer Baustelle bei Dämmerung einen massiven Stahlträger, der an Seilen eines großen Krans über einer Betonkonstruktion mit hervorstehendem Bewehrungsstahl schwebt.
Nachtschicht an der Fabricestraße: Ein Autokran hebt einen der fünf 30 Tonnen schweren Brückenträger ein. Arbeiter bringen das Bauteil über der gesperrten Bahnstrecke in Position. Fertigstellung soll im Februar 2027 sein. Foto: traßen- und Tiefbauamt/Landeshauptstadt Dresden
Von: Cornelius de Haas
In einer einzigen Nacht hievte ein Autokran fünf je 30 Tonnen schwere Träger über die gesperrten Bahngleise in der Albertstadt. Der Neubau der Fabricestraßen-Brücke hat damit seinen sichtbarsten Schritt genommen - und liegt im Zeitplan.

Dresden. Es ist die Sorte Arbeit, die nur nachts geht. In der Nacht von Donnerstag, dem 9. Juli, auf Freitag, den 10. Juli, hob ein Autokran die fünf neuen Brückenträger der Fabricestraße an ihren Platz - jeder von ihnen ein Verbundbauteil von rund 30 Tonnen. Damit das sicher gelang, wurde die darunterliegende Bahnstrecke komplett gesperrt und die Oberleitung abgeschaltet.

Viel Spielraum gab es nicht. Wegen der engen Platzverhältnisse lieferte die Spezialfirma drei der fünf Träger auf Abruf an - der Schwerlast-Lkw hob sie direkt vom Anhänger an ihren Einbauort. Anschließend koppelten die Arbeiter alle fünf Träger miteinander, damit sie sicher in Position blieben. Am Morgen rollten die Züge wieder.

Blick von unten gegen den dämmernden Abendhimmel: Ein langer, dunkler Brückenträger hängt waagerecht an Tragseilen eines Krans. Links rahmen dunkle Blätter das Bild, im Hintergrund steht ein filigraner Baukran.
Schwebende Schwerstarbeit: Ein neuer Brückenträger für die Fabricestraße hängt am Kran. Weil der Platz extrem eng war, wurden drei der Träger direkt vom anliefernden Schwerlast-Lkw an ihren Bestimmungsort gehoben. Foto: traßen- und Tiefbauamt/Landeshauptstadt Dresden

Der nächste Schritt sind Bewehrung und Betonage der Anschlussbereiche zwischen den Widerlagern und den neuen Trägern. Danach folgen die Fahrbahnplatte samt Abdichtung und die Betonage der Brückenränder. Nach Angaben der Stadt laufen aktuell alle Arbeiten im Plan. Fertig sein soll die Brücke im Februar 2027.

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Begonnen hatte alles im Januar 2026 - zunächst mit einer Behelfsbrücke für Fußgänger und Radfahrer, die seit Mitte Februar in Betrieb ist. Dann wurde die alte Brücke vollständig abgetragen: erst der Überbau ausgehoben, danach die Widerlager an den Enden abgebrochen. Bis etwa Mitte Juli entstanden die neuen Widerlager.

Parallel wurden die Träger vorbereitet: beim Stahlbauer gefertigt, mit Korrosionsschutz versehen und ins Betonfertigteilwerk gebracht. Dort erhielten die Stahlträger einen Betonflansch, der später als Schalung für die Fahrbahnplatte dient. Fertig eingehoben sind sie nun.

Warum überhaupt neu gebaut wird

Der Grund für den Aufwand: Die alte Bahnüberführung wurde den wachsenden Verkehrsbelastungen nicht mehr gerecht. Die neue Brücke bekommt eine sieben Meter breite Fahrbahn und beidseitig 2,50 Meter breite Fußwege; auch die angrenzenden Kreuzungen zur Elisabeth-Boer-Straße und zur Magazinstraße werden erneuert. Die Kosten liegen bei rund 3,39 Millionen Euro, finanziert aus Eigenmitteln der Stadt, Landes-Steuermitteln und Mitteln der Deutschen Bahn.

Bis zur Fertigstellung bleibt die Fabricestraße weitgehend voll gesperrt; der Verkehr wird westlich über die Magazinstraße umgeleitet. Fußgänger und Radfahrer nutzen weiterhin die Behelfsbrücke.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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