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Klatsche im Kundenbarometer: Dresdens SPD sieht direkte Quittung für DVB-Sparkurs

Eine gelbe DVB-Straßenbahn fährt bei Nacht über Gleise. Auf dem gelben Wagen prangt der Schriftzug „WEGE MIT UNS DRESDEN“. Im Hintergrund sind zwei Personen in fluoreszierenden Warnwesten an einer Straßenkreuzung zu sehen.
DVB-Straßenbahn nachts in Dresden: Trotz Note 2,35 rutschen die Dresdner Verkehrsbetriebe im ÖPNV-Kundenbarometer auf Platz 4 ab. Fahrgäste üben zunehmend Kritik an Taktung und Spardebatten, der Vorstand mahnt zur Qualitätssicherung. Foto: CdH
Von Platz 1 abgerutscht: Die Zufriedenheit mit Bus und Bahn in Dresden sinkt spürbar. Während die DVB-Führung beschwichtigt, geht die SPD auf den Oberbürgermeister los - und fordert ein sofortiges Ende aller Kürzungspläne.

Dresden. Platz 4 von 38, Note 2,35, deutlich über dem Bundesschnitt, und trotzdem ein Rückschritt: Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) haben im diesjährigen ÖPNV-Kundenbarometer zwei Plätze verloren. 2025 standen sie noch auf Rang 2, 2024 sogar auf Platz 1.

Auf dem Treppchen stehen diesmal andere: die Erfurter Verkehrsbetriebe vor der Hannoverschen ÜSTRA und der Rostocker Straßenbahn. Die DVB zählen mit ihrer Gesamtnote weiter zur Spitzengruppe, der bundesweite Durchschnitt liegt bei 2,90.

Wo die Noten schlechter wurden

Die Verschlechterung trifft ausgerechnet die Punkte, über die Dresden gerade streitet. Takt, Preis-Leistungs-Verhältnis und Liniennetz bewerteten die Befragten kritischer als im Vorjahr. Die Befragung lief von April bis Juli, also in einer Phase, in der über Änderungen bei Linienführung und Takt schon öffentlich diskutiert wurde.

In Zahlen: 56,9 Prozent der rund 750 befragten Dresdnerinnen und Dresdner sind vollkommen oder sehr zufrieden, weitere 34,2 Prozent zufrieden. Neun Prozent äußern geringe Zufriedenheit oder Unzufriedenheit. Dieser Anteil ist gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozentpunkte gestiegen.

DVB-Vorstand: Qualität und Vertrauen wahren

Mobilitätsvorstand Andreas Hemmersbach ordnet das Ergebnis ein: „Die derzeitigen Themen rund um die Ausrichtung und finanzielle Ausstattung der DVB sind herausfordernd." Das Barometer zeige den hohen Qualitätsstandard, den das Unternehmen erreicht habe. Gerade mit Blick auf die Liniennetzdiskussion müsse man darauf achten, „dass die erreichte Qualität und das Vertrauen unserer Fahrgäste gewahrt bleiben".

SPD: Kürzungsdebatte beenden

Deutlicher wird die SPD-Fraktion im Stadtrat. Ihr verkehrspolitischer Sprecher Stefan Engel sieht in den Zahlen eine direkte Folge der Sparpläne. „Wenn ständig über Kürzungen geredet wird, merkt das auch die Kundschaft", erklärt er. Erste Angebots- und Serviceeinschränkungen machten sich im Barometer bemerkbar.

Engel fordert, die Kürzungspläne von Oberbürgermeister Dirk Hilbert fallen zu lassen: „Dresden kann sich ein gutes Bus- und Bahnangebot leisten." Eine umfassende Umstellung des Liniennetzes führe nur zu weiterer Verunsicherung. Die Belegschaft brauche Planungssicherheit, jetzt sei ein guter Zeitpunkt, „die Diskussion über Angebotskürzungen endlich zu beenden".

Langer Vorlauf an der Spitze

Die DVB nehmen seit 2000 am Kundenbarometer teil und gehörten lange zu den Besten: Von 2017 bis 2022 standen sie durchgehend auf Platz 1, 2023 auf Platz 5, 2024 wieder ganz oben. Das bundesweite Barometer beruht in diesem Jahr auf rund 22.000 Interviews in 45 Bedienungsgebieten, erhoben vom Marktforschungsunternehmen Kantar.