Dresden. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sollen im kommenden Jahr rund zehn Prozent ihres Angebots streichen und damit 8,3 Millionen Euro einsparen. Das sieht eine interne Verwaltungsvorlage vor, über die am Donnerstag zuerst die Sächsische Zeitung berichtete, später auch die Dresdner Neuesten Nachrichten und TAG24. Insgesamt sollen elf Straßenbahnen und 23 Busse weniger im Einsatz sein, also Fahrzeuge, nicht ganze Linien. So ließen sich rund 100 Stellen streichen. Die DVB verlören durch die Kürzungen rund 9,4 Millionen Fahrgäste im Jahr, etwa 30.000 pro Tag. Über die Pläne soll der Stadtrat Ende November entscheiden.
Fraktionen und VCD kritisieren die Kürzungen
Mehrere Fraktionen lehnen die Pläne ab. Die SPD spricht von „Kürzungswahnsinn", die Linke von „neoliberalen Experimenten". Susanne Krause, Stadträtin der Grünen und Aufsichtsrätin der DVB, warnt vor einer Abwärtsspirale. Ein schlechteres Angebot führe zu weniger Fahrgästen, sinkende Einnahmen dienten dann als Argument für weitere Kürzungen. Für zusätzliche Fahrspuren auf der Carolabrücke wolle eine Mehrheit im Stadtrat 30 Millionen Euro ausgeben, so Krause. Dann müsse auch eine auskömmliche Finanzierung von Bus und Bahn möglich sein.
Auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert die Kürzungen. Sie seien keine Einsparung, sondern „Schulden für später", weil aufgeschobene Instandhaltung und der Abbau von Personal die Stadt später teurer zu stehen kämen.
Streit um die Finanzlage der DVB
Die Debatte reicht ins vergangene Jahr zurück. Im Februar 2025 hatte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) den DVB eine drohende Insolvenz bescheinigt und Einsparungen von 18 Millionen Euro verlangt. Der Stadtrat lehnte die drastischsten Schritte ab und gab den DVB Sparvorgaben. Über interne Maßnahmen senkten diese ihre Kosten, die damaligen Angebotskürzungen betrafen rund zwei Prozent.
Ob die neue Runde von zehn Prozent nötig ist, ist umstritten. Der Jahresabschluss fiel für 2025 um 9,3 Millionen Euro besser aus als geplant, der Zuschuss der Technischen Werke Dresden lag bei 45,7 statt 55 Millionen Euro. Die Einschnitte seien wirtschaftlich nicht erforderlich gewesen, kritisiert Linke-Fraktionschef André Schollbach. Die Stadt begründet das bessere Ergebnis mit Einmaleffekten wie Grundstücksverkäufen und hält die Kürzungen für nötig, auch wegen höherer Energiekosten. Den Vorwurf falscher Zahlen weist das Rathaus zurück.
Die Entscheidung liegt nun beim Stadtrat, der Ende November abstimmen soll.