Grammy-Sieger trifft Schlager-Star: Dresdens verrückteste Kombi
Dresden. Als René Pape zuletzt neben dem Dresdner Kreuzchor sang, war er selbst ein Junge in der Chorbank. 45 Jahre später kehrt der international gefeierte Bass zurück: Beim Großen Adventskonzert am 18. Dezember steht er gemeinsam mit den Kruzianern im weihnachtlich beleuchteten Rudolf-Harbig-Stadion.
Pape gehörte dem Kreuzchor von 1974 bis 1981 an, bevor er zu einem der bekanntesten Opernsänger der Welt wurde. „Der Kreuzchor hat die Grundlage für meine musikalische Karriere gelegt", sagt er. In Dresden wieder neben den Kruzianern zu stehen, sei „auch ein Stück Heimkehr". Besonders ein Lied verbindet er mit seiner Zeit im Chor: „Maria durch einen Dornwald ging" habe er als Junge unzählige Male gesungen, nun will er es mit den heutigen Kruzianern erklingen lassen.
Ein Wiedersehen über Generationen
Für den Chor ist der Auftritt ebenfalls ein besonderer Moment. „Für unsere jungen Sänger, aber auch für mich, ist es aufregend zu erleben, wie die Verbundenheit mit dem Chor der Kindheit über eine große, internationale Karriere hinweg bestehen bleiben kann", sagt Kreuzkantor Martin Lehmann. Der gemeinsame Auftritt vor mehr als 20.000 Zuschauern werde für beide Seiten bewegend.
Pape gehört seit 1988 zum Ensemble der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und tritt an den großen Häusern von New York bis Mailand auf. Für seine Aufnahmen erhielt er zwei Grammy Awards und einen Echo Klassik.
Neben dem Kreuzchor steht in diesem Jahr erstmals der Philharmonische Kinderchor Dresden auf der Stadionbühne. Der Chor mit rund 140 Mitgliedern bringt Mädchenstimmen in das Programm ein. „Sie stehen gemeinsam mit den Kruzianern und einem Weltstar wie René Pape auf der großen Stadionbühne und hören, wie Tausende Menschen mit ihnen ‚Stille Nacht' singen", sagt Chordirektor Gunter Berger. Zum fünften Mal wirkt zudem die Musical-Werkstatt Oh-TÖNE mit.
Pop im Stadion: Howard Carpendale
Für den Brückenschlag zur Unterhaltungsmusik sorgt Howard Carpendale. Der in Südafrika geborene Sänger blickt auf eine sechs Jahrzehnte lange Karriere zurück und veröffentlichte 2025 das Weihnachtsalbum „Happy Christmas … Again!". Im Stadion singt er Weihnachtsklassiker aus seinem Repertoire. „Ein ganzes Stadion, das gemeinsam Weihnachtslieder singt, ist etwas Besonderes", sagt er.
Durch den Abend führt die Schauspielerin Claudia Michelsen, bekannt aus „Polizeiruf 110" und „Ku'damm". Die gebürtige Dresdnerin moderierte das Konzert schon 2019. „Wenn ich nach Dresden komme, komme ich nach Hause", sagt sie. Der Kreuzchor sei Teil ihrer Jugend gewesen.
Musik vom Weihnachtslied bis zum Christmas-Song
Die musikalische Leitung liegt erneut bei Peter Christian Feigel, der das eigens formierte Cross Bell Orchestra dirigiert. Das Programm spanne einen Bogen vom alten deutschen Weihnachtslied über die Oper bis zum amerikanischen Christmas-Song, so Feigel. Die Herausforderung sei der Auftritt unter freiem Himmel: „Ein leises Solo muss die letzte Reihe erreichen."
Das komplette Programm steht noch nicht fest. Weitere Künstler sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden, auch zum Auftakt kündigt der Veranstalter eine Überraschung an. Es ist die neunte Ausgabe des Konzerts, das seit 2015 stattfindet.
Termin und Tickets: Das Große Adventskonzert beginnt am Freitag, 18. Dezember, um 18 Uhr im Rudolf-Harbig-Stadion. Karten gibt es ab 44 Euro, dazu Familien- und Gruppentickets. Neu sind Kombitickets, etwa mit einer Hop-on-Hop-off-Stadtrundfahrt samt Transfer zum Stadion. Der Vorverkauf läuft unter anderem in den DDV-Lokalen, an der Konzertkasse Dresden und online unter adventskonzert.de.