Dresden: Schwanenfamilie lebt sich am Kiessee Leuben ein, Müllproblem bleibt
Dresden. Wenige Tage nach dem Schlupf hat sich die Schwanenfamilie am südlichen Kiessee Leuben im abgesperrten Bereich der Wakeboard-Anlage eingerichtet, wo das Küken geschützt heranwächst. Die Tiere nutzten die Hindernisse im Wasser als geschützte Schlafstelle über Nacht, sagt Anlagenbetreiber Martin Riedel (53).
Möglich wurde der Bruterfolg erst, nachdem Tierschützerin Carmen Breninek (44) von der Tierrettung Dresden und Riedel das Nest mit Bauzäunen abschirmten. In den Vorjahren hätten die Tiere auf dem frei zugänglichen Ufer gebrütet, wo das Gelege wiederholt zerstört worden sei, so Riedel.
Müll und Feuer auf den offenen Ufern
Während die Familie im geschützten Areal bleibt, ist der Konflikt am übrigen See ungelöst. Schon im Frühjahr hinterließen Besucher nach dem ersten warmen Wochenende Abfall sowie Reste illegaler Grill- und Lagerfeuer. Stadtbezirksamtsleiter Jörg Lämmerhirt appellierte Anfang März, mitgebrachten Müll wieder mitzunehmen; zusätzliche Tonnen für rund 10.000 Euro und verstärkte Kontrollen sollten Abhilfe schaffen. Besonders deutlich wurde er beim Feuerverbot: „Grillen und Lagerfeuer sind hier ausdrücklich untersagt." In den Vorjahren sei es mehrfach zu Bränden gekommen - auf einem Gelände, das die Feuerwehr nur schwer erreiche. Ein aktuelles Foto von der Uferwiese nach dem Wochenende zeigt zugeknotete Müllsäcke, Pappteller und Verpackungen im Gras; die Lage habe sich seither weiter verschärft, teilte Riedel mit.
Aus Sicht des Betreibers zeigen sowohl der Bruterfolg als auch die Müllberge, dass der innerstädtischer See ein geregeltes Nutzungskonzept brauche. Überlasse man das Ufer sich selbst, sehe es immer wierder so aus wie auf dem Müllfoto; bloße Appelle brächten wenig, solange niemand kontrolliere.
Hoffnung Badestelle - aber erst in Jahren
Längerfristig soll eine offizielle Badestelle am Ostufer des Südsees Ordnung bringen, deren Machbarkeitsstudie die Stadt im März vorstellte und die auch eine dauerhafte Lösung des Müllproblems vorsieht. Das Nordufer werde dann zum Schutz der Natur gesperrt und Trampelpfade zurückgebaut. Rund 470.000 Euro sind veranschlagt, das Vorhaben fällt in den Rahmen der Bundesgartenschau 2033. Bis dahin mahnte Lämmerhirt zur Geduld – und bis dahin bleibt der Schutz der Schwäne vor allem eines: ein Behelf hinter dem Bauzaun.