Dresden. Das eine Bauwerk soll 18 Meter hoch werden und klimafreundliche Wärme liefern, das andere existiert bis heute nur auf alten Planungskarten. An der Marienbrücke stoßen beide aufeinander: Die Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND) lehnt den Standort der geplanten Flusswasserwärmepumpe ab, weil dort einst eine dritte Elbbrücke entstehen sollte, wie der Verein am Mittwoch mitteilte. Die Grünen-Stadträtin Susanne Krause hält die Brücke für längst erledigt und verteidigt das Projekt.
Verein will den Platz für eine Brücke sichern
Die GHND begrüßt das Projekt grundsätzlich, hält den Standort aber für falsch. Die Stadt solle alternative Flächen prüfen und das Areal für eine dritte Elbbrücke freihalten, fordert der Verein. Diese sei in Verkehrskonzepten seit 1991 vorgesehen und solle den Durchgangsverkehr aus der Innenstadt halten. neumarkt-dresden
SachsenEnergie hält dem entgegen, der Standort sei alternativlos. Nur unterhalb der Marienbrücke an der Kreuzung Ostra-Ufer und Pieschener Allee lägen die Wärmequelle Elbe und das Fernwärmenetz nah genug beieinander. Für die wegfallenden Parkplätze hätten Versorger und Stadt einen Ausgleich erarbeitet.
Umstritten ist zudem der Planungsstand der Brücke selbst. Sie taucht im Verkehrsentwicklungsplan 2025+ auf, den der Stadtrat 2014 beschloss. Der bislang nicht beschlossene Mobilitätsplan 2035+ sieht sie nicht mehr vor. Die dritte Marienbrücke ist damit kein laufendes Projekt, sondern eine Option, die in älteren Plänen steht und im aktuellen Entwurf fehlt.