Dresden: Neubau des Brecht-Gymnasiums verzögert sich erneut
Dresden. 37,7 Millionen Euro vom Bund, und trotzdem rollen die Bagger später als gedacht: Beim geplanten Neubau des Bertolt-Brecht-Gymnasiums gibt es eine gute und eine weniger gute Nachricht. Die gute: Die Stadt hat die Millionen aus dem Bundes-Sondervermögen erhalten und damit eine wichtige Hürde für das Bauvorhaben an der Lortzingstraße 1 genommen. Die weniger gute: Der Baustart verschiebt sich erneut. Nach aktueller Planung soll er im März 2028 erfolgen - im Sommer war noch von Oktober 2027 die Rede.
Mit der Förderzusage ist ein Großteil der Finanzierung gesichert. Insgesamt kostet das Projekt rund 62,8 Millionen Euro; der Bund übernimmt mit seinem Anteil gut 60 Prozent, den Rest trägt die Stadt. Auf dem Gelände soll ein Schulcampus für etwa 900 Schülerinnen und Schüler entstehen, mit zwei neuen Gebäuden in klimaneutraler Holzhybrid-Bauweise und neu gestalteten Außenanlagen. Auch die historische Trafo-Station auf dem Schulgelände wird saniert.
Ende einer langen Hängepartie
Für die Schulgemeinschaft wäre der Neubau der Schlusspunkt einer zähen Geschichte. Das Gymnasium ist derzeit am Terrassenufer untergebracht - das Ende einer über 20 Jahre langen Hängepartie mit Baustopp und Unterricht unter Baustellenbedingungen rückt damit näher.
Die beiden bestehenden Schulhäuser stammen aus DDR-Zeiten, ihr Zustand hatte sich über die Jahre immer weiter verschlechtert. Ob sich wenigstens eines sanieren ließe, war lange offen; am Ende fiel die Entscheidung für den kompletten Ersatzneubau.
Internationaler Zweig soll wachsen
Der Neubau soll zugleich das besondere Profil der Schule sichern. Neben dem sächsischen Abitur können die Jugendlichen seit 2011 das International Baccalaureate (IB) erwerben, einen weltweit anerkannten Abschluss. Künftig kommt das Middle Years Programme (MYP) für die Klassen 6 bis 10 hinzu, das den internationalen Bildungsweg früher beginnen lässt und auf das IB vorbereitet. „Das Bertolt-Brecht-Gymnasium verbindet das bewährte sächsische Abitur mit einem international ausgerichteten Bildungsangebot“, sagt Kultusminister Conrad Clemens.
Mit dem Neubau werde die Voraussetzung geschaffen, „dass diese besondere Ausrichtung auch künftig weiterentwickelt werden kann“. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser verwies darauf, dass die Stadt seit 2020 auf einen zukunftsweisenden Schulbau an diesem Standort hinarbeite: „Ich freue mich vor allem für die Schulgemeinschaft des Bertolt-Brecht-Gymnasiums.“
Abriss 2027, Baustart 2028, Einzug 2030
Die ersten Schritte stehen unmittelbar bevor. Noch im November 2026 beginnen die bauvorbereitenden Maßnahmen - darunter Sicherungs- und Artenschutzarbeiten, Fällungen und Beräumungen. Der Abriss der Altbauten ist für April bis Juli 2027 vorgesehen, parallel laufen Ausführungsplanung, Ausschreibungen und Vergaben. Der eigentliche Baubeginn ist nun für März 2028 geplant, nachdem er zuvor für Oktober 2027 angekündigt worden war.

Es ist nicht die erste Verschiebung in diesem Projekt: Schon frühere Terminpläne waren mehrfach nach hinten korrigiert worden. In Betrieb gehen soll der neue Campus aber nach wie vor zum Schuljahr 2030/31.