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Dresden: Neubau des Brecht-Gymnasiums verzögert sich erneut

Visualisierung des künftigen Schulhofs mit einem überdachten Kolonnadengang entlang des Hauptgebäudes, einer großen Wanduhr an der Fassade sowie Grünanlagen und Schülern auf Fahrrädern aus Sicht der Holbeinstraße. (Visualisierung)
Campus für 900 Schüler: Die Entwurfsplanung für die Lortzingstraße 1 zeigt den künftigen Schulhofbereich mit überdachtem Eingang. Ab Schuljahr 2030/31 soll der Neubau Raum für Abitur und das internationale Baccalaureate bieten. Visualisierung: heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB
Das Geld ist gesichert, der Baustart verzögert sich trotzdem: Für den Neubau des Bertolt-Brecht-Gymnasiums fließen 37,7 Millionen Euro Bundesförderung. Beginnen sollen die Bauarbeiten nun aber erst im März 2028 - ein weiteres Mal später als angekündigt.

Dresden. 37,7 Millionen Euro vom Bund, und trotzdem rollen die Bagger später als gedacht: Beim geplanten Neubau des Bertolt-Brecht-Gymnasiums gibt es eine gute und eine weniger gute Nachricht. Die gute: Die Stadt hat die Millionen aus dem Bundes-Sondervermögen erhalten und damit eine wichtige Hürde für das Bauvorhaben an der Lortzingstraße 1 genommen. Die weniger gute: Der Baustart verschiebt sich erneut. Nach aktueller Planung soll er im März 2028 erfolgen - im Sommer war noch von Oktober 2027 die Rede.

Mit der Förderzusage ist ein Großteil der Finanzierung gesichert. Insgesamt kostet das Projekt rund 62,8 Millionen Euro; der Bund übernimmt mit seinem Anteil gut 60 Prozent, den Rest trägt die Stadt. Auf dem Gelände soll ein Schulcampus für etwa 900 Schülerinnen und Schüler entstehen, mit zwei neuen Gebäuden in klimaneutraler Holzhybrid-Bauweise und neu gestalteten Außenanlagen. Auch die historische Trafo-Station auf dem Schulgelände wird saniert.

Ende einer langen Hängepartie

Für die Schulgemeinschaft wäre der Neubau der Schlusspunkt einer zähen Geschichte. Das Gymnasium ist derzeit am Terrassenufer untergebracht - das Ende einer über 20 Jahre langen Hängepartie mit Baustopp und Unterricht unter Baustellenbedingungen rückt damit näher.

Ein zugewachsener Fußweg führt auf ein in die Jahre gekommenes, mehrstöckiges DDR-Schulgebäude mit heller Plattenfassade und gelb eingefassten Fenstern zu. Dichte Bäume und wildes Gebüsch verdecken die Fassade.
Vor dem Abriss: Der in die Jahre gekommene DDR-Schulbau an der Lortzingstraße ist zugewachsen und marode. Ab April 2027 weichen die Altbauten, um Platz für den klimaneutralen Schulneubau des Bertolt-Brecht-Gymnasiums zu machen. Archivfoto: CdH

Die beiden bestehenden Schulhäuser stammen aus DDR-Zeiten, ihr Zustand hatte sich über die Jahre immer weiter verschlechtert. Ob sich wenigstens eines sanieren ließe, war lange offen; am Ende fiel die Entscheidung für den kompletten Ersatzneubau.

Internationaler Zweig soll wachsen

Der Neubau soll zugleich das besondere Profil der Schule sichern. Neben dem sächsischen Abitur können die Jugendlichen seit 2011 das International Baccalaureate (IB) erwerben, einen weltweit anerkannten Abschluss. Künftig kommt das Middle Years Programme (MYP) für die Klassen 6 bis 10 hinzu, das den internationalen Bildungsweg früher beginnen lässt und auf das IB vorbereitet. „Das Bertolt-Brecht-Gymnasium verbindet das bewährte sächsische Abitur mit einem international ausgerichteten Bildungsangebot“, sagt Kultusminister Conrad Clemens.

Mit dem Neubau werde die Voraussetzung geschaffen, „dass diese besondere Ausrichtung auch künftig weiterentwickelt werden kann“. Bildungsbürgermeister Jan Donhauser verwies darauf, dass die Stadt seit 2020 auf einen zukunftsweisenden Schulbau an diesem Standort hinarbeite: „Ich freue mich vor allem für die Schulgemeinschaft des Bertolt-Brecht-Gymnasiums.“

Abriss 2027, Baustart 2028, Einzug 2030

Die ersten Schritte stehen unmittelbar bevor. Noch im November 2026 beginnen die bauvorbereitenden Maßnahmen - darunter Sicherungs- und Artenschutzarbeiten, Fällungen und Beräumungen. Der Abriss der Altbauten ist für April bis Juli 2027 vorgesehen, parallel laufen Ausführungsplanung, Ausschreibungen und Vergaben. Der eigentliche Baubeginn ist nun für März 2028 geplant, nachdem er zuvor für Oktober 2027 angekündigt worden war.

Visualisierung des dreigeschossigen Neubaus des Bertolt-Brecht-Gymnasiums in Holzhybrid-Bauweise mit hellen Fassadenelementen, großen Fensterfronten und begrüntem Vorplatz aus der Perspektive der Dürerstraße. (Visualisierung)
Förderung gesichert, Baustart verschoben: Rund 37,7 Millionen Euro Bundeshilfe fließen in den 62,8 Millionen Euro teuren Neubau des Bertolt-Brecht-Gymnasiums. Der Baubeginn für den Holzhybrid-Campus verzögert sich jedoch auf März 2028. Visualisierung: heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB

Es ist nicht die erste Verschiebung in diesem Projekt: Schon frühere Terminpläne waren mehrfach nach hinten korrigiert worden. In Betrieb gehen soll der neue Campus aber nach wie vor zum Schuljahr 2030/31.