Dresden: DVB baut nutzlose Gleiskreuzung am Pirnaischen Platz aus
Dresden. Auf dem Pirnaischen Platz verschwindet ab Montag eine Gleiskreuzung, die seit dem Einsturz der Carolabrücke keine Aufgabe mehr hat. Vom 5. bis 24. Oktober baut die Dresdner Verkehrsbetriebe AG (DVB) die Vierfachkreuzung aus und repariert anschließend die Schienen bis zum Straßburger Platz, wie Infrastrukturchef Sandro Zimmermann am Mittwoch vor Ort erläuterte. Die Kosten liegen bei rund einer Million Euro aus dem eigenen Instandhaltungsbudget.
Über die Kreuzung liefen einmal zwei Linien zur Carolabrücke. Seit die Elbquerung fehlt, sorgt die Anlage nur noch für Zeitverlust und Verschleiß, weil jede Bahn im rechten Winkel darüberrollt und dabei abbremsen muss. Nach 16 Jahren unter starker Last wäre ohnehin ein Austausch fällig gewesen. Statt die Kreuzung neu zu bauen und drei Jahre ungenutzt liegen zu lassen, ersetzt die DVB sie durch gerade Schienen im Zuge der Wilsdruffer Straße.
Warum die Kreuzung erst 2030 zurückkehrt
Erst wenn die neue Carolabrücke fertig ist, wird die Kreuzung wieder gebraucht. Nach den bisherigen Prognosen soll die Brücke Ende 2030 wieder befahrbar sein. Das Ersatzteil fertigt die DVB in ihrer eigenen Gleisbauwerkstatt in Reick und baut es rechtzeitig vor der Brückenfreigabe wieder ein. Auf zusätzliche Gleisbögen von der St. Petersburger in die Wilsdruffer Straße, die im Vorjahr diskutiert worden waren, verzichten die Fachleute aus Kostengründen.

Im zweiten Bauabschnitt vom 9. bis 24. Oktober tauschen die Arbeiter die stark beanspruchten Überfahrten der St. Petersburger Straße und der Blüherstraße aus und bessern das Gleis bis zum Straßburger Platz nach. Anspruchsvoll ist dabei ein 70 Meter langer Abschnitt Richtung Wilsdruffer Straße, der als Zwillingsgleis liegt, also mit zwei ineinander verschachtelten Schienensträngen und der doppelten Zahl an Befestigungen.
Geplante Arbeit und plötzliche Havarien
Die Arbeiten am Pirnaischen Platz sind lange geplant. Vieles andere erledigt die DVB im laufenden Betrieb, vom Reinigen der Weichen bis zum Nachziehen der Fahrleitungen. Manchmal aber zwingt ein Schaden das Unternehmen zum Soforteinsatz. Am 23. September riss auf dem Bischofsweg in der Äußeren Neustadt der Greifarm eines Baggers die Oberleitung auf rund 400 Metern herab, der Fahrer flüchtete. Die Linien 6 und 13 mussten umgeleitet werden, ein DVB-Mitarbeiter wurde leicht verletzt.
Umleitungen und ein Fußballspiel am 18. Oktober
Für die Fahrgäste ändert sich einiges. Vom 5. bis 9. Oktober fahren die Linien 1, 2 und 9 zwischen Pirnaischem Platz und Postplatz über den Dr.-Külz-Ring, die Haltestelle Altmarkt entfällt, ersatzweise wird die Station Prager Straße bedient. Ab dem 9. Oktober fahren diese Linien zwischen Straßburger Platz und Postplatz über Lennéstraße und Hauptbahnhof. Die Linie 8 wechselt zur Entlastung auf den westlichen Stadtring, die Linie 10 fährt bis Tolkewitz, und für die nicht verkehrende Linie 12 fahren Busse als Ersatzverkehr EV12.

Autofahrer müssen erst ab dem 9. Oktober mit Einschränkungen rechnen, dann vor allem mit weniger Fahrspuren in der Nord-Süd-Verbindung und einem Verbot des Linksabbiegens am Pirnaischen Platz. Eine Vollsperrung ist nicht geplant. Wer kann, sollte den Bereich am 18. Oktober meiden, rät die DVB. Dann spielt Dynamo Dresden im Rudolf-Harbig-Stadion um 13.30 Uhr gegen den 1. FC Magdeburg.