Dichte Büsche und verpasste Fristen: Wo Dresdens Hochwasserschutz noch hakt
Dresden. Das städtische Umweltamt hat am Montag, 7. September 2026, den Ernstfall an der Elbe geprobt. Bei einer großangelegten Übung überprüften Messtrupps die Funktionsfähigkeit von Dutzenden Beobachtungspunkten, um für ein mögliches Hochwasser gerüstet zu sein.
Für das angenommene Szenario eines Elbepegels von 7,62 Metern schickte die Behörde elf Teams ins Stadtgebiet. Innerhalb von zwei Stunden sollten die Einsatzkräfte die Wasserstände an 83 festgelegten Punkten kontrollieren und melden.
Übung mit kleinen Mängeln
Von den 83 angesteuerten Punkten meldeten die Teams 77 fiktive Pegelstände fristgerecht zurück. Laut Umweltamt traten an einigen Stellen Ableseschwierigkeiten auf, die das Gesamtergebnis jedoch nicht gefährdeten. Die technische Ausrüstung arbeitete fehlerfrei.
Einige Beobachtungsstellen erwiesen sich im Gelände als schwer zugänglich, weil Vegetation die Sichtachsen versperrt hatte. Die Stadt will diese Punkte in den kommenden Wochen durch Freischneidarbeiten und kleinere Reparaturen instandsetzen.
128 Punkte im Stadtgebiet
Insgesamt betreiben das Umweltamt und das Amt für Geodaten und Kataster 128 Mess- und Beobachtungspunkte in Dresden. Dazu gehören eingemessene Treppen, Pegellatten, Markierungen an Brücken und Mauern sowie farbige Hinweise an Bauwerken.
Die Stadt aktiviert das gesamte Messsystem ab der Alarmstufe 4, wenn der Pegelstand in Dresden voraussichtlich sieben Meter übersteigt. Dann besetzen 33 Mitarbeiter in elf Messtrupps das Gelände, während Fachkräfte im Amt die Daten zentral auswerten. Diese Informationen bilden die Grundlage für Schutzmaßnahmen und Evakuierungen.
Regelmäßige Kontrollen
Das Umweltamt testet die Abläufe in unregelmäßigen Abständen unter Realbedingungen, zuletzt im April 2023 und März 2019. Dabei proben die Mitarbeiter auch alternative Kommunikationswege für den Fall eines Strom- oder Netzausfalls.
René Herold, Leiter des Umweltamtes, bewertet den Test positiv. Die Teams hätten sich unter Zeitdruck sicher im Gelände bewegt und hohes Engagement gezeigt, so Herold. Er bedankte sich bei den beteiligten Mitarbeitern des Umweltamtes, des Geodatenamtes und der Stadtentwässerung Dresden.