Logo Die Sachsen News
Nachrichten / Dresden News

Dichte Büsche und verpasste Fristen: Wo Dresdens Hochwasserschutz noch hakt

Dreiteilige Collage: Links senkt ein Helfer ein Lichtlot von einer Brücke ins Wasser. Rechts oben blickt eine Person in Warnweste durch ein Spektiv. Rechts unten prüfen zwei Personen in Gelbwesten eine analoge Landkarte und halten ein Lichtlot.
Gerüstet für das Elbe-Hochwasser: Das Umweltamt Dresden übt die exakte Messung von Wasserständen mit Lichtloten, Spektiven und Kartenmaterial. Elf Messtrupps überprüften bei der Übung 83 Punkte im Stadtgebiet. Foto: Landeshauptstadt Dresden, Umweltamt
Von: Cornelius de Haas
Ab Alarmstufe 4 muss an den Elbufern jeder Handgriff sitzen. Bei der großen Feldübung des Umweltamts trafen die Messtrupps an ihren Stationen auf unerwartete Probleme. So reagiert die Stadtverwaltung.

Dresden. Das städtische Umweltamt hat am Montag, 7. September 2026, den Ernstfall an der Elbe geprobt. Bei einer großangelegten Übung überprüften Messtrupps die Funktionsfähigkeit von Dutzenden Beobachtungspunkten, um für ein mögliches Hochwasser gerüstet zu sein.

Für das angenommene Szenario eines Elbepegels von 7,62 Metern schickte die Behörde elf Teams ins Stadtgebiet. Innerhalb von zwei Stunden sollten die Einsatzkräfte die Wasserstände an 83 festgelegten Punkten kontrollieren und melden.

Mehr aus dieser Kategorie

Übung mit kleinen Mängeln

Von den 83 angesteuerten Punkten meldeten die Teams 77 fiktive Pegelstände fristgerecht zurück. Laut Umweltamt traten an einigen Stellen Ableseschwierigkeiten auf, die das Gesamtergebnis jedoch nicht gefährdeten. Die technische Ausrüstung arbeitete fehlerfrei.

Einige Beobachtungsstellen erwiesen sich im Gelände als schwer zugänglich, weil Vegetation die Sichtachsen versperrt hatte. Die Stadt will diese Punkte in den kommenden Wochen durch Freischneidarbeiten und kleinere Reparaturen instandsetzen.

128 Punkte im Stadtgebiet

Insgesamt betreiben das Umweltamt und das Amt für Geodaten und Kataster 128 Mess- und Beobachtungspunkte in Dresden. Dazu gehören eingemessene Treppen, Pegellatten, Markierungen an Brücken und Mauern sowie farbige Hinweise an Bauwerken.

Die Stadt aktiviert das gesamte Messsystem ab der Alarmstufe 4, wenn der Pegelstand in Dresden voraussichtlich sieben Meter übersteigt. Dann besetzen 33 Mitarbeiter in elf Messtrupps das Gelände, während Fachkräfte im Amt die Daten zentral auswerten. Diese Informationen bilden die Grundlage für Schutzmaßnahmen und Evakuierungen.

Regelmäßige Kontrollen

Das Umweltamt testet die Abläufe in unregelmäßigen Abständen unter Realbedingungen, zuletzt im April 2023 und März 2019. Dabei proben die Mitarbeiter auch alternative Kommunikationswege für den Fall eines Strom- oder Netzausfalls.

René Herold, Leiter des Umweltamtes, bewertet den Test positiv. Die Teams hätten sich unter Zeitdruck sicher im Gelände bewegt und hohes Engagement gezeigt, so Herold. Er bedankte sich bei den beteiligten Mitarbeitern des Umweltamtes, des Geodatenamtes und der Stadtentwässerung Dresden.

Cornelius de Haas
Artikel von

Cornelius de Haas

Cornelius de Haas ist für die Inhalte selbst verantwortlich. Es gilt der Kodex der Plattform. Die Plattform prüft und behandelt Inhalte gemäß den gesetzlichen Vorgaben, insbesondere nach dem NetzDG.