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Neues Tempo-Signal in der Neustadt: Dresden startet Lächel-Offensive gegen Raser

Stephan Kühn und André Barth stehen auf dem Gehweg der Rudolf-Leonhard-Straße neben einem Solar-Masten. Das digitale Display zeigt in grün „SIE FAHREN 26 km/h“ mit Smiley. Im Hintergrund stehen mehrstöckige Wohngebäude und geparkte Fahrzeuge.
Grüne Anzeige für mehr Sicherheit: Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (l.) und Stadtbezirksamtsleiter André Barth nehmen auf der Rudolf-Leonhard-Straße das erste von 26 neuen Dialogdisplays in Betrieb. Es soll das Tempo im Quartier drosseln. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Direkt am Spielplatz auf der Rudolf-Leonhard-Straße ging am Montag das erste Gerät ans Netz. Warum für die Montage sogar eigene Masten gesetzt werden mussten und wo die nächsten Anzeigen folgen.

Dresden. Sie zeigen Autofahrern ihr Tempo an und reagieren mit einem fröhlichen oder traurigen Emoji: Auf Höhe der Rudolf-Leonhard-Straße 54 in der Neustadt hat die Stadt am Montag ihr erstes von 26 neuen Dialogdisplays in Betrieb genommen. Bis Ende Oktober sollen alle Geräte installiert sein, bevorzugt an neuralgischen Stellen wie Schulen, Kindertagesstätten und Spielplätzen.

„Das ist keine Spielerei, sondern ein wirksames Mittel, die Geschwindigkeit dort zu senken, wo es dringend geboten ist", sagte Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn. Die Wirkung sei wissenschaftlich belegt, unter anderem durch die TU Dresden und die Unfallforschung der Versicherer. Geholfen werde damit vor allem den ungeschützten Verkehrsteilnehmern, gerade Kindern.

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Der erste Standort ist kein Zufall. Von Dienstag an wird die Königsbrücker Straße grundhaft ausgebaut, im Anschluss soll auch der Bischofsweg saniert werden. Zusammen dürften die Arbeiten gut vier Jahre dauern. Die Sorge im Viertel: dass sich der Verkehr durch die Wohnstraßen drängt.

„Gerade an der Rudolf-Leonhard-Straße ist die Sorge groß, dass es zu mehr Verkehr und damit zu gefährlichen Situationen kommt", so Kühn. Das Display sei einer von mehreren Bausteinen der Umleitungsführung. Direkt nebenan liege ein Spielplatz, der nachmittags stets voll sei.

Stadtbezirke wählen die Standorte, Bürger liefern die Ideen

Bezahlt werden die ersten Geräte aus den Budgets der Stadtbezirke und Ortschaften, das Straßen- und Tiefbauamt beschafft sie, der Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste baut sie auf. Neustadt-Amtsleiter André Barth schilderte, wie die Auswahl lief: Erst sammelten die Stadtbezirksbeiräte auch aus der Bürgerschaft Vorschläge, dann wurden aus sechs Ideen drei priorisiert. Die drei Displays für die Neustadt kosten zusammen 19.200 Euro. „Bei uns ist das einstimmig durchgegangen", sagte Barth, „eine große politische Einigkeit."

In der Neustadt folgen als Nächstes ein Display am Carusufer auf dem Weg zur 4. Grundschule am Rosengarten sowie eines an der Priesnitzstraße Ecke Bischofsweg, dessen genauer Standort noch geprüft wird. Nach dem Auftakt in der Äußeren Neustadt folgt als nächster konkreter Standort die Südhöhe im Stadtbezirk Plauen, direkt auf Höhe der 70. Grundschule.

Insgesamt haben sich zwölf Stadtbezirke und Ortschaften beteiligt, Spitzenreiter sind die Alt- und die Neustadt.

Solarbetrieb und eigene Masten

Die Displays laufen mit Solarstrom. Und weil die Windlast der Solarmodule zu groß ist, ließen sie sich nicht an bereits vorhandenen Laternenmasten befestigen, erklärte Simone Prüfer, Leiterin des Straßen- und Tiefbauamts. Deshalb wurden eigene Maste errichtet.

Jeder Standort wurde laut Prüfer vorab mit der Polizei und dem Gemeindevollzugsdienst abgestimmt, um Irritationen zu vermeiden. Als Kriterien nannte sie unter anderem ausreichenden Abstand zu Ampeln und Fußgängerüberwegen und den Verzicht auf Standorte, an denen bereits andere Tempomaßnahmen greifen. Bis Ende Oktober sollen alle 26 „mit Smileys strahlen", so Prüfer.

Zebrastreifen kommt erst nach dem Ausbau

Der lange gewünschte Fußgängerüberweg an der Rudolf-Leonhard-Straße ist damit aber nicht vom Tisch, er kommt allerdings erst, wenn die Arbeiten an der Königsbrücker Straße abgeschlossen sind. Bis dahin sollen Bedarfsampeln helfen, die im Zuge der "Königsbrücker"-Umleitung errichtet werden.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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