8,5 Kilometer Mängel-Check: Dresdens OB im Härtetest auf dem Rad
Dresden. Zum Auftakt des Stadtradelns hat Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) am Montag gemeinsam mit dem Fahrradclub ADFC eine Radtour durch Dresden unternommen. Auf einem rund 8,5 Kilometer langen Rundkurs von der Goldenen Pforte des Rathauses durch die Südvorstadt über die Nossener Brücke zum Altmarkt ging es an sechs Zwischenstopps um Problemstellen im Radverkehr.
Diskutiert wurden unter anderem zu schmale Straßen, geringe Überholabstände und fehlende Radwege auf Schulwegen. Die Teilnehmer regten außerdem an, dass Stadt und Polizei häufiger kontrollieren sollten, auch abseits von Aktionswochen und zum Schulstart. Hilbert zeigte sich offen für konkrete Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und warb dafür, Vorhaben städtischer Unternehmen ressortübergreifend zu bündeln.
OB macht wenig Hoffnung auf schnelle Verbesserungen
Eine rasche Trendwende stellte der Oberbürgermeister allerdings nicht in Aussicht. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sei diese nicht zu erwarten, sagte er. Die Stadt bemühe sich in überregionalen Gremien gemeinsam mit anderen Kommunen darum, die Voraussetzungen zu verbessern. Auch bei den oft langwierigen Planungsprozessen sieht Hilbert Verbesserungspotenzial, weil diese erhebliche Kapazitäten binden.

Der ADFC wertete die Tour dennoch als Erfolg. „Die heutige Tour hat gezeigt, dass der Radverkehr mit seiner wachsenden Bedeutung im Mobilitätsmix anerkannt wird", sagte Vorstandsmitglied Wolfgang Fröb. Dass Hilbert mitgefahren sei und mitdiskutiert habe, sei dafür der beste Beleg. Wichtig sei ihm gewesen, die Sicherheit von Schulwegen mit Blick auf die anstehende Überarbeitung der Schulnetzpläne anzusprechen.
Was die Teilnehmer fordern
Über Einzelstellen hinaus ging es um grundsätzliche Fragen, etwa ob Radverkehr baulich getrennt oder auf der Fahrbahn geführt werden soll. Auch Menschen mit Mobilitätseinschränkungen kamen zur Sprache. Der Tenor der Teilnehmer: Aus vielen guten Konzepten müsse endlich schnellere Umsetzung werden. Es war die dritte gemeinsame Radtour dieser Art, eine Fortsetzung im nächsten Jahr ist geplant.