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Carolabrücke Dresden: So können Bürger über die Entwürfe abstimmen

Panorama der Dresdner Altstadt mit Frauenkirche und Hofkirche jenseits der breiten Elbe. Am linken Flussufer liegen weiße Schiffe, rechts erstrecken sich grüne Elbwiesen unter einem leicht bewölkten, blauen Himmel.
Neues Panorama bis 2031: Wo nach dem Einsturz der Carolabrücke aktuell nur Luft ist, soll spätestens 2031 wieder eine Brücke stehen. Welcher Entwurf das Rennen macht, entscheidet der Dresdner Stadtrat am 3. September. Foto: CdH
Von: Cornelius de Haas
Vier Entwürfe, eine Brücke, ein Stadtbild für Jahrzehnte. Bis Mitte Juli entscheidet Dresden mit, online per Klick und vor Ort im Stadtforum.

Dresden. Wie die neue Carolabrücke aussehen soll, darüber können die Dresdnerinnen und Dresdner bis Mitte Juli mitbestimmen. Die vier Entwürfe für den Ersatzneubau lassen sich online im Portal carolaVOTE bewerten und parallel in einer Ausstellung im Stadtforum begutachten, wie die Stadt mitteilte. Die letzte Entscheidung trifft der Stadtrat, voraussichtlich Anfang September. 

carolaVOTE: Online über die Carolabrücke abstimmen

Das digitale Herzstück der Beteiligung ist das Portal carolaVOTE. Unter dresden.de/carolabruecke stehen zu jedem der vier Entwürfe Visualisierungen und kurze Erläuterungen bereit, dort lassen sich die Vorschläge bis zum 19. Juli bewerten.

Wer die Pläne lieber im Original sehen will, findet sie in der AGORA des Stadtforums an der Waisenhausstraße 14. Die Ausstellung im ersten Stock zeigt die Konzepte anhand von Modellen und Bildern. Geöffnet ist sie bis zum 17. Juli, montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. 

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Brückencafés: Mit Fachleuten ins Gespräch kommen

Wer Fragen hat, kann sie direkt loswerden. Jeweils mittwochs von 16 bis 18 Uhr lädt die Stadt zum Brückencafé, bei dem Fachleute Rede und Antwort stehen. Vier Termine sind gesetzt: Am 24. Juni ordnet Professor Steffen Marx von der TU Dresden die Entwürfe ein, am 1. Juli erläutern die Prüfstatiker Holger Flederer und Thomas Bösche die Statik.

Um den Verkehr geht es am 8. Juli mit Frank Fiedler und Paul Herrmann aus der Verwaltung, um die Gestaltung im Stadtbild am 15. Juli mit Stadtplanerin Anja Heckmann. Dazu gibt es geführte Rundgänge durch die Ausstellung, an den Montagen 22. und 29. Juni sowie 6. und 13. Juli jeweils von 15 bis 18 Uhr und an den Mittwochen 24. Juni, 1., 8. und 15. Juli jeweils von 15 bis 16 Uhr. Cafés und Rundgänge sind kostenfrei.

Worüber die Dresdner urteilen: vier Entwürfe

Anlass des Verfahrens ist der Teileinsturz der Carolabrücke in der Nacht zum 11. September 2024. Um den Wiederaufbau zu beschleunigen, beauftragte der Stadtrat im Juni 2025 vier Büros parallel: neben Leonhardt, Andrä und Partner aus Dresden die Arbeitsgemeinschaft FHECOR und TSSB, das Ingenieurbüro GRASSL aus München sowie Schüßler-Plan aus Frankfurt.

Eingereicht wurden die Entwürfe bis zum 26. Mai. Auffällig ist, dass alle vier das Motiv der Bogenbrücke aufgreifen und die Blickachsen auf die Altstadtsilhouette möglichst wenig verändern wollen. 

Expertengremium hat einen Favoriten benannt

Eine fachliche Vorentscheidung gibt es bereits. Ein Gremium unter Leitung von Professor Steffen Marx bewertete die Entwürfe und setzte den Vorschlag von Leonhardt, Andrä und Partner mit Knight Architects an die Spitze, wie der Vorsitzende am 10. Juni im Bauausschuss erklärte. Jeder Entwurf weise eine hohe Qualität auf und sei risikoarm umsetzbar, betonten die Fachleute.

Ihr Lob verbanden sie aber mit einer Kostenwarnung: Alle vier Arbeiten lägen nahe der Preisobergrenze, eine schmalere Brücke würde die Kostenrisiken bei allen Entwürfen senken, ohne dass die Konzepte neu gezeichnet werden müssten. Der Rahmen liegt bei 142 Millionen Euro, der favorisierte Entwurf ist mit 134,8 Millionen Euro veranschlagt. Bindend ist die Empfehlung nicht, die endgültige Wahl bleibt dem Stadtrat vorbehalten. 

ADFC kritisiert die geplanten Radwege

Dass die Entwürfe trotz Lob nicht unumstritten sind, zeigt die Stellungnahme des ADFC Dresden. Der Fahrradclub sprach keinem der vier Konzepte eine Empfehlung aus. Die Radwege seien mit teils nur zwei Metern zu schmal für die meistgenutzte Elbquerung der Stadt, der Verein fordere mindestens 2,50 Meter je Fahrtrichtung samt Sicherheitstrennstreifen.

Den Platz dafür sieht er vorhanden, da die Autospuren teils so breit wie auf einer Autobahn seien. Gelobt wird die Rampenlösung von FHECOR und TSSB. Zugleich mahnt der Club, der Neubau dürfe eine spätere Verlagerung der B170 aus der Innenstadt nicht verbauen, und kündigt an, den Planungsprozess zu begleiten. 

Bürgerdialog als Auftakt, Stadtrat als letzte Instanz

Den jüngsten Aufschlag machte der zweite Bürgerdialog am 17. Juni, bei dem die Büros ihre Entwürfe vorstellten und mit dem Publikum diskutierten. Ein Mitschnitt steht online bereit. Die Beteiligung ist dabei mehr als ein Schaufenster:

Die Rückmeldungen sollen als Empfehlung in die Entscheidung einfließen, die der Stadtrat Anfang September trifft. Bis dahin zählt jede Stimme, ob per carolaVOTE oder im Gespräch vor Ort.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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