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Bad-Umbau für 700 Euro: So hilft Dresdens Wohnberatung

Ein modern gestaltetes, helles und barrierefreies Badezimmer mit ebenerdiger Dusche und Sicherheitsgriffen.
elbstbestimmt wohnen: Ein moderner Badumbau wie in diesem Beispiel ermöglicht es Senioren, länger in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Symbolfoto: wirestock/Magnific
Von: Cornelius de Haas
Wie wird aus einem normalen Bad ein barrierefreies Bad - ohne das Konto zu sprengen? Eine 77-jährige Dresdnerin hat genau das erlebt und musste am Ende nur 700 Euro selbst zahlen. Möglich machte es eine städtische Beratung.

Dresden. Ein komplett barrierefreies Bad, zwei Wochen Bauzeit - und ein Eigenanteil von gerade einmal 700 Euro: Die 77-jährige Gisela Ehrig wohnt seit 2003 in einer Wohnung der Wohnungsgenossenschaft Glückauf Süd. Dass sie auch im hohen Alter dort bleiben kann, verdankt sie einer städtischen Beratung, von der viele Dresdner gar nicht wissen, dass es sie gibt.

„Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass mein Bad so umgebaut wird, dass ich es in meinem Alter weiterhin so gut nutzen kann", sagt sie. „Es ist wunderschön geworden." Aufmerksam wurde sie auf das Angebot erst durch ihren Handwerker.

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Förderpaket: 14.500 Euro Zuschüsse, 700 Euro Eigenanteil

Möglich gemacht hat den Umbau eine clevere Kombination aus drei Töpfen: 4.000 Euro kamen von der Pflegekasse, 8.000 Euro aus der Wohnraumanpassungs-Richtlinie der Sächsischen Aufbaubank (SAB), und 2.500 Euro steuerte die städtische Wohnungsbauförderung bei. Macht zusammen 14.500 Euro - damit waren rund 95 Prozent der Umbaukosten gedeckt.

Von der ersten Beratung im August 2024 bis zur Schlussabrechnung im Sommer 2025 wurde Frau Ehrig durchgängig begleitet. „Eine sympathische Mitarbeiterin informierte mich, welche einzelnen Schritte notwendig sind. Sie half mir, die Anträge zu stellen. Alles verlief reibungslos und schnell", erinnert sie sich.

SAB-Förderung halbiert: Was sich seit 2025 geändert hat

Was heutige Antragsteller wissen müssen: Die Konditionen haben sich verändert. Die Pflegekasse zahlt seit Januar 2025 sogar leicht mehr - bis zu 4.180 Euro. Bei der SAB-Förderung dagegen ist seit August 2025 nur noch ein Höchstbetrag von 4.000 Euro statt zuvor 8.000 Euro möglich. Für Rollstuhlfahrer gelten weiterhin gesonderte, höhere Sätze.

Frau Ehrig hatte Glück mit dem Timing - wer jetzt umbaut, muss anders kalkulieren. Genau hier setzt die Wohnberatung an: Sie kennt alle Töpfe - inklusive der KfW-Programme zum altersgerechten Umbauen – und stellt das passende Paket zusammen.

Wohnberatung Dresden: Vom Antrag bis zum Handwerker

„Frühe Planung und umfassende Beratung sind entscheidend, um länger selbstständig in der eigenen Wohnung leben zu können", sagt Claudia Kienast, Sachbearbeiterin im Sozialamt. Die zentrale Wohnberatungsstelle in der Junghansstraße fungiert dabei als Bindeglied zwischen Ratsuchenden, Fördermittelstellen, Vermietern und Handwerksbetrieben.

Wichtig vor allem für Mieterinnen und Mieter: Vor Beginn der Arbeiten muss immer das schriftliche Einverständnis des Vermieters vorliegen - idealerweise ohne Rückbauverpflichtung. Neben dem klassischen Umbau berät die Stelle auch zu alternativen Wohnformen sowie zu Spezialthemen wie Sehbehinderung oder Demenz, dafür arbeitet sie mit Fachberatungsstellen zusammen.

Warum das Thema in Dresden dringender wird

Die Nachfrage ist groß: Rund die Hälfte aller monatlichen Anfragen in der Wohnberatungsstelle dreht sich um Wohnraumanpassungen und deren Finanzierung - und der Bedarf dürfte weiter steigen. Laut Dresdner Bevölkerungsprognose wird allein die Zahl der über 85-Jährigen in der Stadt bis 2029 um rund 15 Prozent auf knapp 29.400 Personen zunehmen. Rechnerisch gilt zwar rund ein Drittel der Dresdner Wohnungen als barrierefrei – aber nur 14 Prozent als rollstuhlgerecht. Und vor allem: Wer im Alter Hilfe braucht, möchte selten umziehen, sondern bleiben, wo er seit Jahrzehnten zuhause ist. Genau hier setzt die Wohnberatung an - nicht beim Umzug, sondern beim Umbau.

„Für die Ratsuchenden ist es wichtig, dass der gesamte Prozess - von der Beantragung über den Umbau bis zur finalen Abrechnung - schnell und reibungslos abläuft", betont Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann. „Die enge Verzahnung und Steuerung der zentralen Wohnberatungsstelle macht das möglich." Ein Anliegen, das die Stadt mit 25 Begegnungszentren für ältere Menschen flankiert.

Kontakt zur zentralen Wohnberatungsstelle

Zentrale Wohnberatungsstelle, Junghansstraße 2, 01277 Dresden, Telefon 0351 4881450, E-Mail wohnberatung@dresden.de. Eine Übersicht wohnortnaher Beratungsstellen sowie weitere Informationen unter www.dresden.de/wohnberatung.

Cornelius de Haas
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Cornelius de Haas

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