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22.000 Euro für Autismus-Dresden: Coaching stärkt Eltern

Vertreter der Deutschen Fernsehlotterie und von Autismus-Dresden mit einem Förderscheck über 22.000 Euro vor der Dresdner Altstadt
Stephan Masch von der Deutschen Fernsehlotterie, Nora Henker vom Autismus-Dresden e. V. und Vereinsvorsitzender Andreas Kirsten bei der symbolischen Übergabe der Förderung. Foto: Max Thümmel
Autismus-Dresden kann Eltern autistischer Kinder bis Ende November 2028 mit systemischem Coaching unterstützen. Möglich macht das eine Förderung über 22.000 Euro.

Der Verein Autismus-Dresden kann ein neues Coachingangebot für Eltern autistischer Kinder aufbauen. Die Deutsche Fernsehlotterie unterstützt das Projekt mit 22.000 Euro. Damit ist das systemische Coaching nach Angaben des Vereins bis Ende November 2028 finanziert. Das Angebot richtet sich an betroffene Familien in Dresden und Umgebung, wo laut Verein mehr als 600 autistische Kinder und Jugendliche leben.

Im Mittelpunkt stehen die besonderen Belastungen des Familienalltags, der Umgang mit Behörden und Institutionen sowie die persönliche Stärkung der Eltern. In Einzelcoachings sollen sie schwierige Situationen reflektieren, eigene Stärken erkennen und Lösungen entwickeln können, die zu ihrer Familie passen. Der Verein will damit eine Lücke schließen, wenn Beratungs- und Therapieangebote nicht ausreichen oder erst nach längeren Wartezeiten verfügbar sind.

Autismus-Dresden verweist darauf, dass viele Familien neben der Betreuung ihrer Kinder mit bürokratischen Hürden, fehlender Unterstützung und sozialer Isolation kämpfen. Das Coaching soll deshalb nicht nur Informationen vermitteln, sondern die Eltern dabei unterstützen, im Alltag handlungsfähig zu bleiben und Krisen möglichst früh abzufangen.

Die Förderung deckt einen Teil der Honorarkosten. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei knapp 28.000 Euro. Das Angebot kann professionelle Beratung und Therapie nicht ersetzen, es ergänzt jedoch die vorhandenen Hilfen um eine individuell ausgerichtete Begleitung. Zugleich bleibt die Finanzierung zunächst bis Ende November 2028 begrenzt.

Eltern, die sich für das Angebot interessieren, können über die Internetseite von Autismus-Dresden Kontakt mit dem Verein aufnehmen. Dort informiert der Regionalverband auch über Treffen, Beratungsmöglichkeiten und weitere Unterstützungsangebote.

Wie wichtig frühe und passende Unterstützung sein kann, zeigt auch die Forschung. An der TU Dresden untersucht ein europäisches Projekt, wie sich Autismus künftig früher erkennen und die Betreuung betroffener Kinder verbessern lassen könnte.

Autismus-Dresden ist ein Selbsthilfeverein für Eltern und Angehörige autistischer Kinder, Jugendlicher und Erwachsener. Der Regionalverband gehört zum Bundesverband Autismus Deutschland und zählt rund 100 Mitglieder. Er berät unter anderem zu Fragen rund um Kita, Schule, Beruf und Wohnen und organisiert Möglichkeiten zum Austausch und zur Weiterbildung.

Die Geschichte des Vereins reicht bis 1979 zurück. Damals schlossen sich in Dresden erstmals Eltern autistischer Kinder in einem Arbeitskreis unter dem Dach der Kirche zusammen. Seit 1991 arbeitet die Initiative als Regionalverband Autismus-Dresden e. V.