Eine Frühgeburt kann den Start ins Leben verändern. Manche Kinder erhalten erst Jahre später eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum. Dabei sind die ersten Lebensjahre besonders wichtig für Förderung und Unterstützung. Ein neues europäisches Forschungsprojekt sucht deshalb nach Möglichkeiten, Autismus früher zu erkennen.
Prof. Mareike Albert und ihr Team am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der TU Dresden sind Teil des internationalen Projekts MICRO-NEST. Gemeinsam mit Forschenden aus Europa und Australien suchen sie nach biologischen Frühwarnzeichen für Autismus-Spektrum-Störungen. Also Hinweisen im Körper, die lange vor einer Diagnose sichtbar werden könnten. Das EU-Förderprogramm Horizon Europe stellt dafür sechs Millionen Euro bereit.
Autismus-Spektrum-Störungen beeinflussen, wie Menschen ihre Umwelt wahrnehmen und mit anderen kommunizieren. Manche Betroffene reagieren besonders empfindlich auf Geräusche, Licht oder Berührungen. Andere haben Schwierigkeiten, soziale Signale zu verstehen. Wie stark sich Autismus im Alltag auswirkt, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Frühgeborene gehören zu den Risikogruppen. Kinder, die vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, erhalten etwa dreimal häufiger eine Autismus-Diagnose als Kinder, die zum errechneten Termin geboren werden.