Neue Mückenarten wie die als Überträger tropischer Krankheiten bekannte Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) und die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) werden sich auch in Sachsen weiter behaupten. «Die Modellierungen auch für die Tigermücke sind so, dass sie sich hier fest etablieren wird», sagte der Insektenkundler Matthias Nuß der Deutschen Presse-Agentur. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis es weitere Fundpunkte innerhalb Dresdens, aber auch in anderen Ortschaften geben werde, ist sich der Leiter der Abteilung Museum für Tierkunde in den Naturhistorischen Sammlungen Dresden sicher. Zunehmend mildere Temperaturen im Winter begünstigten dies zusätzlich.
Wo finden die Mücken die besten Bedingungen vor?
Bislang fänden sich die neuen Mückenarten vor allem im Siedlungsraum. Funde «draußen in der Natur» gebe es bislang nicht. In dichten Siedlungsräumen fänden die Insekten ideale Bedingungen vor, erklärte Nuß.
Mit einer Informationsinitiative - etwa einem im April veröffentlichten Flyer - wollen das sächsische Gesundheitsministerium und die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) die Bevölkerung für die neue Mückenart und die damit verbundenen Gefahren sensibilisieren. Denn: «Nur wenn auch auf privaten Grundstücken mögliche Brutstätten für die Asiatische Tigermücke entfernt werden, kann diese erfolgreich eingedämmt werden», so eine Sprecherin. Die Tigermücke nutze bereits kleinste Wasseransammlungen als Brutstätte - etwa Blumentopfuntersetzer, Kinderspielzeug und Regentonnen.
Anders als in Südeuropa - etwa in Frankreich - ist in Deutschland bisher noch keine lokale Übertragung von Krankheitserregern wie Dengue- oder Chikungunya-Virus durch die Tigermücke bekanntgeworden, heißt es aus dem Ministerium. Experten halten das aber nur für eine Frage der Zeit. Die Tigermücke kann Erreger nur übertragen, wenn sie sich selbst vorher an einem erkrankten Blutwirt infiziert.