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Elberadweg & Co.: Wie Ostdeutschland Radurlauber anzieht

Elberadweg & Co.: Wie Ostdeutschland Radurlauber anzieht
Radtouristen sind auf eine gute Infrastruktur angewiesen. (Archivbild) / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Von: DieSachsen News
Mit den Temperaturen steigt die Lust am Radfahren - auch für längere Ausflüge und mehrtägige Reisen. Welche Möglichkeiten bieten Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen?

Was eint Dresden, Torgau, Wittenberg und Magdeburg? Alle vier Städte liegen am Elberadweg – und der ist laut Ranking des Fahrradclubs ADFC Deutschlands beliebtester Radfernweg. Doch gute Strecken gibt es nicht nur entlang der Elbe. Welche Routen lohnen sich in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen? Und wo besteht in diesen Ländern noch Nachholbedarf bei der Radinfrastruktur?

Wie steht es generell um den Radtourismus?

Nach Angaben des ADFC haben 2025 bundesweit etwa 3,3 Millionen Menschen eine längere Radreise mit mindestens drei Übernachtungen gemacht. Zusätzlich waren rund 4,2 Millionen Menschen auf Kurztrips mit ein bis zwei Übernachtungen unterwegs. 34 Millionen Radler unternahmen Tagesausflüge.

Als Reiseziele liegen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen laut Fahrradclub im Bundesländervergleich eher im Mittelfeld. Bei den längeren Radreisen kamen die drei Länder auf die Plätze zehn, elf und zwölf. Bei den Kurztrips lag Sachsen-Anhalt auf Rang neun, vor Sachsen (zehn) und Thüringen (zwölf). Besonders beliebt bei Radreisenden waren Bayern und Niedersachsen.

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Ausbaupläne in allen Ländern

Die Tourismusorganisationen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wollen den Radtourismus weiter ausbauen. Allein in Sachsen sorgen Radler laut Landestourismusverband jährlich für mehr als 560 Millionen Euro Umsatz und sichern damit rund 10.800 Arbeitsplätze. Deshalb soll die Qualität der Radangebote – etwa bei Beschilderung und Service – kontinuierlich verbessert werden. Außerdem arbeitet man an einer Strategie, um den Fahrradtourismus besser zu vermarkten.

Die Thüringer Tourismus GmbH plant für nächstes Jahr eine Kampagne mit Schwerpunkt Radtourismus. In den Mittelgebirgsregionen sollen zudem Angebote für Mountainbiker erweitert werden. Ein wichtiges Thema ist außerdem Barrierefreiheit – zum Beispiel für Handbiker.

Sachsen-Anhalt setzt gemeinsam mit dem Autoclub ADAC auf mehr Service-Stationen an den 18 touristischen Radwegen im Land. Dort können Reisende Luft aufpumpen oder Werkzeug für Reparaturen nutzen. Aus Sicht des Landestourismusverbandes wäre es zudem wichtig, Betriebe an den Radrouten zu unterstützen, wenn sie sichere Abstellanlagen oder Ladesäulen für E-Bikes einrichten möchten.

Wie findet man die passende Strecke für sich?

In den drei Ländern lassen sich viele Tausend Kilometer auf touristischen Radwegen zurücklegen. Bei der Planung hilft das Internet – nahezu jeder große Radweg hat eine eigene Webseite. Dort werden die Etappen beschrieben, mögliche Unterkünfte genannt und oft lassen sich auch Daten für die Routenplanung herunterladen.

Grundsätzlich kann man zwischen Flussradwegen, thematischen Touren und regionalen Angeboten wählen. Sechs Beispiele:

Der Klassiker: Elberadweg

Der bekannteste Radweg der Region verläuft entlang der Elbe durch Sachsen und Sachsen-Anhalt: Der Elberadweg wurde 1995 offiziell eröffnet. Wer ihn komplett fahren möchte, ist rund 1.300 Kilometer vom tschechischen Riesengebirge bis zur Nordsee unterwegs. Dabei geht es durch mehrere Nationalparks – und auch große Städte wie Dresden, Magdeburg und Hamburg liegen an der Route.

Flussradwege - häufig entspannt zu fahren

Für Einsteiger und gemütliche Touren eignen sich Flussradwege besonders gut. Sie sind oft flach und kommen meist ohne größere Steigungen aus. Flussabwärts geht es zudem in der Regel leicht bergab. In Sachsen zählen unter anderem der Mulderadweg und der Oder-Neiße-Radweg dazu, durch Thüringen und Sachsen-Anhalt führen der Unstrutradweg und der Saaleradweg. Radeln lässt sich aber auch entlang von Ilm, Bode oder Gera, an der Werra oder an der Elster.

Thüringer Städtekette: auf den Spuren von Goethe, Schiller und Bach

Auf dem Radfernweg Thüringer Städtekette lassen sich sieben Städte entdecken. Über mehr als 230 Kilometer führt die Strecke von Eisenach über Erfurt und Weimar bis nach Altenburg. Der AFDC hat der Thüringer Städtekette ein Gütesiegel verliehen und listet die Route als eine von vier im Freistaat als «Qualitätsradroute». Der Weg ist in das Radnetz Deutschland eingebunden. Dazu gehören 13 sogenannte D-Routen, die quer durch die Bundesrepublik führen.

Deutsche Geschichte auf dem Radweg Deutsche Einheit

Der Radweg Deutsche Einheit führt auf rund 1.100 Kilometern von der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn nach Berlin. Von Ilsenburg im Harz bis knapp über Lutherstadt Wittenberg verläuft die Route auch durch Sachsen-Anhalt – vorbei an Städten wie Wernigerode, Blankenburg, Bernburg, Köthen und Dessau-Roßlau. In Marienborn kann die Gedenkstätte Deutsche Teilung besucht werden, und im nahe gelegenen Hötensleben ist die innerdeutsche Grenzbefestigung im Zustand von 1989 erhalten geblieben.

Durchs Siedlungsgebiet von Raubtieren: der Wolfsradweg

In Ostsachsen leben viele Wölfe. Passend dazu wurde in der Lausitz der Wolfsradweg eingerichtet. Die knapp 43 Kilometer lange Strecke zweigt in Steinbach an der deutsch-polnischen Grenze vom Oder-Neiße-Radweg ab und führt durch dünn besiedeltes Gebiet bis zum Findlingspark Nochten. In Rietschen vermittelt eine Ausstellung in einer Siedlung aus Schrotholzhäusern Wissenswertes über die geschützte Tierart.

Ferkeltaxenradweg auf ehemaliger Bahntrasse

Auf einer ehemaligen Bahntrasse sollen in der Magdeburger Börde künftig 28 Kilometer von Eilsleben nach Haldensleben befahrbar sein. Die Strecke trägt den Namen Ferkeltaxenradweg – benannt nach einem charakteristischen Triebwagen der Deutschen Reichsbahn. Für den Radweg mit dem wohl kuriosesten Namen ist allerdings noch etwas Geduld nötig: Bisher sind erst drei von sechs Abschnitten offiziell fertiggestellt.

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