Ein Weg bergauf mit schwerem Gepäck raubt jedem die letzte Kraft. Vor über 2.200 Jahren stand der karthagische Feldherr Hannibal vor einer ungleich größeren Aufgabe. Im Jahr 218 v. Chr musste er eine Armee mit 40.000 Soldaten, 7.000 Pferden und 37 Kriegselefanten über die Alpen führen. Bis heute streiten Historiker, welchen Weg er dabei nahm. Ein internationales Forschungsteam unter sächsischer Beteiligung liefert nun neue Hinweise auf die Antwort.
Forschende des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Oxford untersuchten vier mögliche Routen über die Alpen. Ihr Ansatz dabei war neu. Sie berechneten nicht nur die Entfernung, sondern auch den Energieaufwand für jeden Weg. Dafür nutzten sie Höhendaten und bioenergetische Modelle, die zeigen, wie viel Energie ein Körper je nach Gewicht und Steigung verbraucht. Als Vergleich dienten auch Daten heutiger afrikanischer Elefanten.