Spürt mein Hund, wenn ich traurig bin? Plant die Katze der Nachbarin ihren nächsten Ausflug durch die Umgebung? Solche Fragen beschäftigen viele Menschen im Alltag. Forschende der Universität Leipzig und des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie haben nun herausgefunden, wie Menschen weltweit darüber denken. Mehr als 1.000 Kinder und knapp 200 Erwachsene aus 33 Gemeinschaften in 15 Ländern nahmen an der Studie teil.
Die Wissenschaftler fragten Menschen unterschiedlichen Alters, ob Tiere ihrer Meinung nach fühlen und denken können. Die Antworten ähnelten sich stark, egal aus welchem Land oder welcher Kultur die Befragten stammten.
Die meisten glauben, dass Tiere grundsätzlich Gedanken und Gefühle haben. Doch beim Denken machen sie einen Unterschied. Menschen sind überzeugt, dass ihr eigenes Denken einzigartig ist und sich grundlegend von dem der Tiere unterscheidet. „Der Glaube an die Einzigartigkeit menschlichen Denkens entsteht früh im Leben und bleibt über die gesamte Lebensspanne stabil", erklärt Erstautorin Karri Neldner. Prof. Katja Liebal von der Universität Leipzig leitete die Studie gemeinsam mit Prof. Daniel Haun vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie.